Mühldorf – Ein Blaulichttag ist dazu da, zu zeigen, was Feuerwehr, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen leisten. Am Samstag auf dem Mühldorfer Volksfestplatz kam aber noch etwas dazu: Die Besucher erlebten mit, wie schnell aus einer Leistungsschau dramatischer Ernst werden kann.
Gerade hatte Mühldorfs neue Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber die zahlreichen Einsatzkräfte und Gäste begrüßt, da wurden die Aktiven der Feuerwehr Mößling zu einem schweren Betriebsunfall in einem Mühldorfer Unternehmen alarmiert. Innerhalb kürzester Zeit waren Fahrzeuge und Mannschaft einsatzbereit. Mit Blaulicht und Martinshorn verließen sie das Ausstellungsgelände.
Großer Andrang und breites Spektrum an Helfern
Eindrucksvoller hätte dieser Tag kaum zeigen können, worum es den Feuerwehren Mühldorf und Mößling bei ihrer gemeinsamen Veranstaltung ging: um Einsatzbereitschaft, Können, Verlässlichkeit und um Menschen, die bereit sind, von einer Minute auf die andere alles stehen und liegen zu lassen, wenn andere Hilfe brauchen.
Die Feuerwehr Mühldorf feiert heuer ihr 155-jähriges Bestehen, nachdem der 150. Geburtstag in der Corona-Zeit nicht gefeiert werden konnte. Die Feuerwehr Mößling blickt auf 150 Jahre zurück. Der große Aktionstag für die ganze Bevölkerung zeigte deshalb auch mit einer großen Schau historischer Einsatzfahrzeuge die Entwicklung der Feuerwehr über die Jahrzehnte.
Und diese Bevölkerung strömte in großer Zahl auf den Volksfestplatz. Dort gab es Fahrzeuge, Geräte, Mitmachaktionen, Informationen und Vorführungen, die zeigten, wie anspruchsvoll die Arbeit der Blaulichtkräfte ist.
Dank und Anerkennung
aus der Politik
Eröffnet wurde die Leistungsschau von den Spitzen der Mühldorfer Feuerwehr, Kommandant Martin Strasser und dem Vorsitzenden Josef Birnkamer sowie von Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber. Sie würdigte in ihrer Ansprache den Dienst der Feuerwehren und aller Rettungsorganisationen an den Menschen. „365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag bereit zu sein – das verdient Dank, Respekt und Anerkennung.“
Dieser Dank gelte nicht nur der Feuerwehr, sondern allen Gliedern der Rettungskette. Die Bürger könnten sich sicher fühlen, weil es Menschen gebe, die Verantwortung übernehmen.
Schirmherr Michael Hetzl dankte den Feuerwehren für ihre verlässliche Arbeit und wünschte ihnen für die Zukunft unfallfreie Einsätze und stets eine gesunde Rückkehr.
Zu den Publikumsmagneten gehörte die Schauübung der Feuerwehr Töging mit dem Bayerischen Roten Kreuz. Gekonnt moderiert von Dr. Gerhard Deißenböck, Fachberater und Feuerwehrseelsorger bei den Wehren der Kreisstadt Mühldorf, wurde demonstriert, wie nach einem schweren Verkehrsunfall jeder Handgriff sitzen muss. Einige hundert Zuschauer verfolgten gespannt, wie ein Rädchen ins andere griff: Zwei beschädigte Fahrzeuge, verletzte Personen, technische Rettung und medizinische Versorgung. Als die Einsatzkräfte die fiktiv Verletzten aus den Fahrzeugen befreit hatten, gab es kräftigen Applaus.
Die Rettungshundestaffel zeigte eine Abseilübung von der Drehleiter, die Feuerwehr Waldkraiburg stellte Einsatzmittel für Gefahrguteinsätze vor, und beim Feuerlöschsimulator der Feuerwehren Mühldorf und Mößling wurde deutlich, wie gefährlich Fett- und Spraydosenbrände werden können.
Der Zoll sorgte mit Vorführungen seiner Spürhunde für Aufmerksamkeit, die Polizei gab Tipps für Erwachsene und hatte Popcorn für Kinder dabei. Wasserwacht und DLRG präsentierten Boote und Ausrüstung, THW, Malteser, Bergwacht, Bundeswehr und viele weitere Aussteller zeigten, wie breit das Netz der Hilfe im Ernstfall geknüpft ist.
Ein starkes Zeichen
für das Ehrenamt
Für Kommandant Martin Strasser und den Vorsitzenden Josef Birnkamer war das große Interesse die schönste Bestätigung für die lange Vorbereitung. Beide freuten sich über die hervorragende Resonanz und betonten, dass hinter einem solchen Tag viele helfende Hände stehen. „Da kann man sich nur bei jedem Einzelnen bedanken“, waren sie sich einig.
Lob für die Organisation kam auch vom neuen Kreisbrandrat Julian Liebermann. Der Blaulichttag habe eindrucksvoll gezeigt, was Feuerwehr und Hilfsorganisationen im Landkreis leisten – und wie wichtig es ist, diese Arbeit sichtbar zu machen.