Industrie-Ausbau in Aschau beschlossen

von Redaktion

Sondersitzung des alten Gemeinderats – Mehrheit weist Einwände und Bedenken der Bürger zurück

Aschau – Die Erweiterung des Industriegebiets „Aschau-Werk Süd“ für die Nitrochemie war in der Gemeinde nicht unumstritten. War, denn in seiner allerletzten Sitzung behandelte der alte Aschauer Gemeinderat in einer Sondersitzung die letzten Einwände gegen den Flächennutzungs- sowie gegen den Bebauungsplan. Gegen die Stimmen der vier Vertreter von Bündnis Aschau fassten die Gemeinderäte geschlossen und ohne Diskussion die entsprechenden Abwägungs- sowie die abschließenden Beschlüsse.

Knapp 20 Besucher verfolgten im Sitzungssaal die Beratungen, die weitgehend einmütig über die Bühne gingen. Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) wollte das Vorhaben, das der alte Gemeinderat auf den Weg gebracht und intensiv beraten hatte, auch mit diesen Gemeinderäten beschließen. Gut zwei Stunden lang verlas er die Stellungnahmen sowie die Abwägungen der Verwaltung; anschließend stimmte die Mehrheit ohne Wortmeldung zu.

Karl-Heinz Jekler (Bündnis Aschau) monierte zu Beginn den Ablauf des Bauleitverfahrens, verwies darauf, dass erst im April 2025 erstmals von einer Erweiterung in Richtung Süden die Rede war. „Danach hat eine Sondersitzung die andere gejagt.“ Bei einem Ortstermin im Juli sei ihm dann bewusst geworden, welche Bedenken die Anwohner hätten. „Das hat mir die Augen geöffnet.“ Er hätte sich eine Erweiterung in Richtung Westen gewünscht; das habe der Gemeinderat nicht geschafft. „Deswegen kann ich heute leider nicht zustimmen, obwohl ich die Erweiterung ausdrücklich begrüße. Aber nicht auf dieser Fläche.“ In der Folge stimmten neben Jekler auch Harald Rösler, Gertraud Langbauer und Alexandra Kutschera (alle Bündnis Aschau) geschlossen mit Nein.

Aus den Reihen der Bürger lagen verschiedene, „sehr, sehr ähnliche“ (Weyrich) und zum Teil sehr ausführliche Einwendungen vor. Die beschäftigten sich unter anderem mit Schutzkreisen, deren Auswirkungen auf Fraham und Bergham, die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen in diesen Schutzflächen. Sie monierten zum Beispiel „Abwägungsfehler“, fehlende Prüfung von Alternativen, hatten Angst um das Grundwasser, sprachen sogar von der „Gefahr einer entschädigungslosen faktischen Enteignung“ ihrer Flächen. Sie schrieben von widersprüchlichen Berichten und Verfahrensfehlern.

Alle Einwände wiesen die Gemeinderäte in ihren Abwägungen letztlich mehrheitlich zurück. Entsprechend fassten sie die abschließenden Beschlüsse. Nach etwas mehr als zwei Stunden war damit die Erweiterung des Industriegebiets Aschau-Werk Süd mehrheitlich beschlossen.

jÖRG eSCHENFELDER

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