Engelsberg – Der Engelsberger Gemeinderat wird mit jeder Wahlperiode weiblicher. Neben den zwei amtierenden Gemeinderätinnen Alexandra Schindler und Katja Neudecker wurde bei der Kommunalwahl im März noch eine weitere Frau in das Gremium gewählt: Monika Kaiser. Und jetzt gibt es auch noch eine Zweite Bürgermeisterin in der Gemeinde Engelsberg, zum ersten Mal ist eine Frau „im Dreigestirn der Gemeinde“.
Alexandra Schindler von der Unabhängigen Bürgerliste konnte bei der Gemeinderatswahl mit 1.370 Stimmen die meisten erringen. In der konstituierenden Sitzung wurde sie einstimmig zur Zweiten Bürgermeisterin der Gemeinde Engelsberg vom Gremium gewählt und gleich von Bürgermeister Martin Lackner vereidigt. Zum Dritten Bürgermeister wurde ebenfalls einstimmig Franz Gsinn von den Freien Wählern gewählt. Er musste nicht vereidigt werden, da er das Amt des Dritten Bürgermeisters bereits in der abgelaufenen Wahlperiode innehatte.
Traditionsreiches Schild
weitergegeben
Der ausgeschiedene Zweite Bürgermeister Hans Bauer übergab das inoffizielle, aber traditionelle Emailleschild „Wohnung des 2. Bürgermeisters“ an Alexandra Schindler, die sich sichtlich darüber freute. Ob sie es neben ihrer Haustür befestigt, ließ sie offen. Ebenfalls von Bürgermeister Lackner vereidigt wurden die drei neu gewählten Gemeinderäte: Monika Reisner und Andreas Schwoshuber von der UBL sowie Marco Dorfner von den Freien Wählern.
Gleich zu Beginn der Sitzung hielt Bürgermeister Martin Lackner seine Eröffnungsansprache. Darin bedankte er sich für das große Vertrauen der Wähler in ihn bei der Kommunalwahl am 8. März. Das gute Ergebnis zeige, dass die gemeinsame Arbeit gewürdigt wurde, und er sehe das als Auftrag, den erfolgreichen Weg weiterzugehen. Er rief dazu auf, weiterhin konstruktiv, respektvoll und vertrauensvoll miteinander umzugehen.
Auch in Zukunft stünden große Aufgaben an, die mit Verantwortung und Zuversicht gemeistert werden könnten. Die Gemeinde wolle auch künftig gute Rahmenbedingungen für Familien und Vereine schaffen, die Wertschätzung erfahren. Auch die Infrastruktur solle weiter auf- und ausgebaut werden. Dazu brauche es ein Miteinander mit Offenheit und Transparenz. Nicht alle Wünsche und Erwartungen werde man erfüllen können; mehr Eigenverantwortung und Gemeinsinn müssten im Vordergrund stehen. Die Gemeinde lebe von den Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich engagieren. Engelsberg solle eine lebenswerte, attraktive und selbstständige Gemeinde bleiben, in der sich die Leute wohlfühlen, so Lackner.
Anschließend ging das neue Gremium zur Arbeit über. Lackner berichtete von den in der vergangenen nichtöffentlichen Sitzung gefassten Beschlüssen. Zum einen wurde „das Haus der Musik“ in der kleinen Turnhalle auf den Weg gebracht. Die Austragssumme werde 104.254 Euro betragen, Besprechungen dazu liefen bereits. Auch die Auftragsvergabe zum Rathausumbau wurde erteilt. Abgerechnet werde hier noch nach Aufwand, so Lackner.
Der Betrieb und die Belieferung des Heizwerkes wurden wieder an Andreas Zwieselsberger vergeben, und es wurde eine Sportplatzpflegegemeinschaft mit den Nachbargemeinden eingegangen. Gerätschaften in Höhe von 46.000 Euro wurden angeschafft; Engelsberg zahle dafür 2.056 Euro. Eine Zweckvereinbarung werde noch kommen und dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt.
Auch der Zuschuss der Arbeiterwohlfahrt Traunstein zur Mittags- und Hausaufgabenbetreuung wurde erhöht und betrage nun 10.000 Euro.
Anschließend wurde der Beschluss zum Erlass der Geschäftsordnung des Gemeinderates für die Wahlperiode 2026 bis 2032 einstimmig genehmigt. Kleine Veränderungen, zum Beispiel zu den Befugnissen des Bürgermeisters oder die digitale Bekanntmachung, wurden darin eingebaut. Auch wurde dem Erlass der Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts zugestimmt. Hier sei die Höhe des Sitzungsgeldes und vieles mehr geregelt. Das Sitzungsgeld werde weiterhin 50 Euro betragen, und es gebe für die Gemeinderäte eine Pauschale für deren Gerätschaften von ebenfalls 50 Euro monatlich.
Ausschüsse und
Referenten neu besetzt
Anschließend wurden die Mitglieder und Vertreter in die Ausschüsse bestimmt. Im Rechnungsprüfungsausschuss werden künftig Sepp Burggraf (Vertreterin Katja Neudecker) und Maria Lippacher (Vertreterin Monika Reisner) von der UBL sein, sowie Rupert Vorportner (Vertreter Karl Scheitzeneder) und Franz Gsinn (Vertreter Marco Dorfner) von den Freien Wählern. Den Vorsitz hat die Zweite Bürgermeisterin Alexandra Schindler. Im Bauausschuss vertreten sind künftig Erster Bürgermeister Martin Lackner als Vorsitzender, sowie Sepp Burggraf (Vertreter Katja Neudecker) und Martin Reichtalhammer (Vertreter Stefan Freutsmiedl) von der UBL, und Sepp Göbl (Vertreter Karl Scheitzeneder) und Andreas Bichler (Vertreter Marco Dorfner) von den Freien Wählern. Als Feuerwehrreferent fungiert weiterhin Martin Reichtalhammer, Jugendreferent ist weiterhin Karl Scheitzeneder, Schulreferentin bleibt Katja Neudecker und Vereinsreferent ist weiterhin Andreas Bichler.
Weitere Gremien
und Ämter besetzt
Anschließend wurden auch noch die Mitglieder und Vertreter in den Aufsichtsrat der gemeindlichen Fernwärme Engelsberg GmbH sowie dessen Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats gewählt. Der Aufsichtsrat der Fernwärme ist beratend tätig; die Beschlüsse werden stets vom Gemeinderat gefasst. Aufsichtsratsvorsitzender ist künftig Andreas Bichler, sein Stellvertreter Martin Lackner. Weitere Vertreter sind Andreas Schwoshuber, Mario Lippacher und Sepp Burggraf (alle UBL) sowie Andreas Bichler und Franz Gsinn (FWE).
Ins Kuratorium der Bücherei wurden Marco Dorfner (FWE) und Katja Neudecker (UBL) gewählt. Die Zweite Bürgermeisterin Alexandra Schindler leitete den Beschluss, Ersten Bürgermeister Martin Lackner (neben den Standesbeamten Astrid Kreutzer und Christian Blickberndt von der Gemeindeverwaltung) zum Eheschließungsbeamten zu ernennen. Diese Bestellung muss mit jeder neuen Amtszeit neu beschlossen werden. Damit überreichte Schindler die Bestellungsurkunde an den Bürgermeister, und alle Vorgänge um die konstituierende Sitzung waren abgeschlossen.