Mettenheim – Trotz des Sonntagabends kamen zahlreiche Zuhörer in die der Pfarrkirche St. Michael, um ein zu Herzen gehendes Konzert im spanischen Flair mitzuerleben. Maßgeblich beteiligt an der gekonnten Umsetzung bedeutender Kompositionen im Zeitraum zwischen 1792 und 2022 war das im Jahr 1980 aus Musikschülern gebildete Akkordeon-Orchester Mühldorf. Dabei zelebrierten Maria Reindl, Martina Dörfl, Susanne Müller, Bettina Altmayer, Herbert Kebinger und der Leiter Erwin Altmayer ihre Freude am gemeinsamen Musizieren auf hohem Niveau.
An ihrer Seite spielten vier versierte Nachwuchsmusiker, so Simon Oberhaizinger (Schlagwerk), Anna Guggenberger und Amelie Forster (beide Querflöte) sowie Maximilian Pietrek (Solo-Gitarre), der zudem das abwechslungsreiche Programm in seiner einstigen Heimatkirche erfrischend moderierte. Dabei kamen dem knapp 30-jährigen studierten Musiker seine profunden Kenntnisse aus Musikgeschichte und -pädagogik von seiner Tätigkeit an der Nürnberger Musikschule zugute.
Zu Anfang des Konzertes hob der Moderator die Vorzüge der dreisätzigen „Sonatina“ von Frederico Moreno Torroba (1891 bis 1982) hervor, deren zweiter Satz „Andante“ der spanischen Romantik zugeordnet wurde. Darauf folgte das weltberühmte Stück „Asturias“ des blinden Komponisten Isaac Albenitz (1860 bis 1909), dessen Aufführung mit höchsten Anforderungen an jeden Solo-Gitarristen verbunden ist. Pietreks Mut und Können belohnte das Publikum zurecht mit reichlich Applaus.
Die fulminante Musik des bereits zu Lebzeiten (1792 bis 1868) erfolgreichen Komponisten Gioacchino Rossini in seiner Ouvertüre zur komischen Oper „Die Italienerin in Algier“ würdigte Maximilian Pietrek besonders, weil Zuhörer den Künstler bis heute feiern und seine Werke gern hören. Aus berufenem Munde erfuhr das Konzertpublikum weitere Einzelheiten aus dem Leben des bedeutenden Komponisten Joaquin Rodrigo (1901 bis 1999) der eine enge Beziehung zu den königlichen Gärten des Palastes pflegte, die im Zusammenhang mit dem im Programm angekündigten „Concierto de Anranjuez“, einem Konzert für Gitarre und Orchester, stand.
Mit heiteren „Harlekinaden“ von Adolf Götz (1938 bis 2022) und weiteren publikumswirksamen Stücken wie „Greensleeves“ des Komponisten Ralph Vaughan Williams (1872 bis 1958) entließen die Musiker ihre Zuhörer in fröhlicher Atmosphäre. An dem Konzertabend gefielen ebenso Robert Schumanns „Träumereien“, wenngleich die eher für eine melancholischer Sicht der Dinge sorgten. Dennoch gab es für die Künstler den verdienten Beifall. Mitreißend spielten das Musiker-Ensemble als erste von zwei Zugaben die „Misteriosa Venezia“ von Gian Piero Revesbieri. Den Schlusspunkt setzten schließlich die Ensemble-Mitglieder mit ihrer Interpretation der inoffiziellen Nationalhymne Schottlands „Highland Cathedral“. Dabei überraschte Erwin Altmayer das Publikum mit seinem Dudelsackspiel.kch