Bombenfunde in Mühldorf

von Redaktion

Zwei Alarmierungen in zwei Wochen belasten Bürger und Einsatzkräfte

Mühldorf – Dienstag, 12. Mai, und Dienstag, 19. Mai: Schon zweimal gab es in diesem Jahr Bombenalarm in Mühldorf. Beide Male gegen 18 Uhr, beide Male am Bahnhof. Eine Evakuierung des Geländes, bei der die Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen, war jedoch nicht notwendig. Entwarnung gab es jeweils etwa drei Stunden später.

Trotzdem: Auch am 19. Mai musste der Zugverkehr eingestellt werden. Laut Deutscher Bahn fuhren rund 20 Züge nicht. Ersatzweise waren fünf Busse im Einsatz, die Waldkraiburg, Ampfing, Neumarkt-St. Veit, Töging und Tüßling angefahren haben, so die Pressestelle der Bahn in Bayern auf Anfrage.

Fundort ist Bahnbaustelle
in der Nähe des Bahnhofs

Der Bomben-Fundort ist eine Bahnbaustelle, rund 300 Meter westlich des Bahngebäudes. „Dort wird aktuell der Bau einer Wasserstofftankstelle für die Südostbayernbahn vorbereitet. So werden unter anderem alte Laderampen abgerissen“, teilt die DB mit. Generell würden alle Flächen vor dem Start von Baumaßnahmen auf Kampfmittel hin untersucht. Dieser Prozess laufe auch baubegleitend – so auch auf der aktuellen Baustelle in Mühldorf. Aufgefundene Altlasten würden von Spezialisten fachgerecht bewertet und bei Bedarf entschärft und entsorgt.

Am 19. Mai waren bei Baggerarbeiten einzelne Bombenteile entdeckt worden, die Baufirma hatte den Fund der Polizeieinsatzzentrale mitgeteilt, ergänzt das Landratsamt Mühldorf. Eine potenzielle Gefahr, die eine Sperrung des Geländes zur Folge hatte.

Der Kampfmittelräumdienst wurde herbeigeordert. Er benötigte für die Sondierung der Bombenteile einen 100-Meter-Radius, berichtet das Landratsamt weiter.

Auch wenn es seitdem ruhig blieb: Weitere Entdeckungen aus dem Zweiten Weltkrieg sind nicht auszuschließen, bedauert das Landratsamt. „Am 19. März und am 20. April 1945 wurde die Stadt Mühldorf von amerikanischen Luftstreitkräften angegriffen. Angesichts der Vielzahl an abgeworfenen Bomben im Bereich des Bahnhofs und der Gleisanlagen können weitere Funde generell nicht ausgeschlossen werden“, teilt die Pressestelle mit.

Hätte eine Evakuierung beschlossen werden müssen, wäre der Radius vom Sprengmeister bestimmt worden. Er stammt aus dem Sprengkommando München, laut Pressestelle eine staatliche Einrichtung, die die Aufgaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes im Auftrag des Innenministeriums durchführt.

Grundsätzlich handelt es sich laut Landratsamt bei einer derartigen Lage vorwiegend um einen Polizeieinsatz. „Erst wenn umfassende Evakuierungsmaßnahmen erforderlich werden, werden die örtlichen Einsatzkräfte alarmiert.“ Der letzte Einsatz wurde erneut von Landes- und Bundespolizei abgewickelt, auch die Feuerwehr Mühldorf war im Einsatz. Die Koordinierungsgruppe des Landratsamtes sei vorsorglich informiert worden, heißt es weiter. „Die betroffenen Anwohner und die Reisenden am Bahnhof Mühldorf reagierten ruhig und diszipliniert. Die Situation ist für die Bewohner rund um den Bahnhof Mühldorf nicht neu und somit hat sich das Prozedere mittlerweile eingespielt“, betont die Behörde. „Auch wenn wir inzwischen Erfahrung mit solchen Situationen haben, stellen Bombenfunde jedes Mal eine große Herausforderung dar – für die Einsatzkräfte ebenso wie für die Menschen vor Ort und die Reisenden im Bahnverkehr. Zwei Funde mit entsprechenden Warnungen innerhalb kurzer Zeit sind durchaus belastend. Dennoch hat die Sicherheit selbstverständlich oberste Priorität. Mein Dank gilt deshalb der Polizei und den Einsatzkräften – vor allem aber allen Bürgern für ihre Ruhe, ihr Verständnis und ihre Besonnenheit in diesen Situationen“, betont Landrat Max Heimerl. Doch trotz aller Gelassenheit im Umgang mit solchen Szenarien fragen sich viele Bürger, ob jetzt zusätzliche Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden. „Der aktuell gültige Maßnahmenplan wird laufend auf mögliche Verbesserungen überprüft. Zudem stehen wir dauerhaft im engen Austausch mit der Südostbayernbahn und der Bundes- und Landespolizei. Fakt ist aber auch, dass jeder Bombenfund ein individuelles Einsatzszenario darstellt und unterschiedliche Einsatzmaßnahmen nach sich ziehen kann“, antwortet das Landratsamt.

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