Ampfing – Die wirtschaftliche Schwäche Deutschlands kommt auch in Ampfing an. Während die Gemeinde weiter wächst und zu Jahresbeginn 7.265 Einwohner hatte (im Vorjahr 7.234), wachsen die Sorgenfalten bei Kämmerer Thomas Hell. Denn die Einnahmen sprudeln längst nicht mehr so wie in den Vorjahren. Die Spielräume werden deutlich kleiner. Das zeigte die jüngste Gemeinderatssitzung, als Hell den Haushalt für 2026 sowie den Finanzplan bis 2029 vorstellte.
Gemeinde plant mit
„vorsichtigem Haushalt“
30,8 Millionen Euro verwaltet der Kämmerer dieses Jahr; im Vorjahr waren es noch 35,7 Millionen Euro. Das sind 14 Prozent weniger. Zugleich ist es das geringste Haushaltsvolumen seit 2022 (31,4 Millionen Euro). „Es ist ein vorsichtiger Haushalt“, ordnete Bürgermeister Josef Grundner (CSU) das Zahlenwerk ein: „Die Rekorde haben wir in der Vergangenheit gehabt.“
Der Verwaltungshaushalt für die laufenden Ausgaben liegt heuer bei 24,1 Millionen Euro (25,0 Millionen Euro im Vorjahr). Der Vermögenshaushalt, der die Investitionen finanziert, hat nur noch ein Volumen von 6,7 Millionen Euro. Das ist über ein Drittel (37 Prozent) weniger als im Vorjahr (10,7 Millionen Euro).
„Leider hat sich die Entwicklung der Gewerbesteuer nicht so fortgesetzt wie im vergangenen Jahr“, erläuterte Hell den Gemeinderäten. Er rechnet heuer nur mit 6,55 Millionen Euro an Gewerbesteuer; 22 Prozent oder 1,85 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. „Stand jetzt werden wir das erreichen“, meinte Hell. Sollten die Gewerbesteuereinnahmen aber noch weiter fallen, dann werde es schwer.
Die Gewerbesteuer reicht heuer auch nicht aus, um die Kreisumlage abzudecken. Hier muss Hell dieses Jahr 6,58 Millionen Euro an den Landkreis überweisen.
„Die Kreisumlage ist schon hoch genug“, meinte Grundner, der auch Sprecher der Kreistags-CSU ist. Auf Nachfrage von Silke Wimmer (UWG) schloss er aber eine weitere Erhöhung nicht aus. Das Defizit am „InnKlinikum“ gehe zwar runter, aber die Folgen einer Krankenhausreform seien noch nicht abzusehen.
Sorgen wegen der
Krankenhausreform
Die Signale „verheißen nichts Gutes“, so Grundner. Eine weitere Anhebung der Kreisumlage werde aber derzeit „noch nicht diskutiert“. Schon jetzt ist die Kreisumlage für Ampfing rund 1,75 Millionen Euro höher als noch vor fünf Jahren, so Hell. Auch das führe dazu, dass heuer aus dem Verwaltungshaushalt nur 1,10 Millionen Euro (Vorjahr 3,87 Millionen Euro) in den Vermögenshaushalt fließen können. Hell: „Zum Glück bekommen wir noch die Mindestzuführung zusammen. Aber in diesem Jahr auch schon nicht mehr.“ Weitere große Posten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten (6,49 Millionen Euro) sowie der laufende Betriebs- und Verwaltungsaufwand (6,65 Millionen Euro).
Besonders knapp muss Kämmerer Hell heuer im Vermögenshaushalt kalkulieren. Den gesunkenen Zufluss aus dem Verwaltungshaushalt sollen 621.000 Euro aus den Rücklagen sowie der Verkauf von Grundstücken (1,25 Millionen Euro) und die Auszahlung von zugesagten Zuschüssen (3,31 Millionen Euro) auffangen, um die Investitionen fortzuführen.
Dafür kommt Hell heuer ohne neue Schulden aus. „Auch in den kommenden Jahren sind keine neuen Kredite vorgesehen.“ Zudem kann er heuer 1,1 Millionen Euro an Krediten tilgen. Ende 2026 werde Ampfing noch 7,69 Millionen Euro Schulden haben. Die Rücklagen gehen bis zum Jahresende auf 1,03 Millionen Euro zurück. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt laut Hell in Ampfing bei 1.110,64 Euro. Gleichzeitig sollen die begonnenen Investitionen fortgeführt werden. Das gehören alleine in diesem Jahr die Sanierung des Rathauses (1,5 Millionen Euro), Wasser und Abwasser (insgesamt 1,23 Millionen Euro), ein Investitionszuschuss für den Sportplatz (580.000 Euro) sowie der Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges für die Feuerwehr Ampfing (450.000 Euro).
Gemeinderäte tragen
Zahlenwerk einstimmig mit
Im Finanzplan bis 2029 sind für das Rathaus sowie für neue Feuerwehrfahrzeuge jeweils weitere vier Millionen Euro vorgesehen. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro für die Sanierung der Grundschule und 1,6 Millionen Euro für das Parken rund um den Bahnhof. Letzteres stehe aber vor allem deshalb im Finanzplan, weil diese Maßnahmen bereits der Städtebauförderung gemeldet wurden, erläuterte Hell. Entschieden sei hier noch nichts. Für die Wasserversorgung sind 2027 weitere 900.000 Euro eingeplant.
„Aus meiner Sicht ist es ein vorsichtiger Haushalt“, fasste Bürgermeister Grundner das Zahlenwerk zusammen. „Er ist vertretbar.“
Diese Einsicht teilten die Gemeinderäte. Sie gaben dem Haushalt für 2026 sowie dem Finanzplan bis 2029 einstimmig ihren Segen.