Schwindegg – Früh wurde mit der Mahd der Wiesen angefangen in diesem Jahr und zurzeit werden die letzten gemäht, um Heu zu machen. Das heißt, die Mähdrescher sind wieder unterwegs und potenziell sind die Kitze in Gefahr.
Die jungen Rehkitze, erst wenige Tage alt, geben noch keine Witterung ab und liegen eng aneinander gekuschelt in ihrem Nest in der Wiese. Die Geis ist nicht immer bei ihnen, nur in der Nähe, denn der Fuchs würde die Jungen nicht wittern. Doch die Mähdrescher sind eine viel größere Gefahr. Die Kitze sind im hohen Gras nahezu unsichtbar. „Ich habe das als Junge mitgemacht“, erzählt Jäger Karl-Michael Dürner, „es sind schlimme Unfälle“. Weil es nicht sein muss, dass Kitze mit abgefahrenen Beinen verenden, zieht er im Morgengrauen mit der Drohne los. Dann wird die Drohne umgestellt von Nachtsicht auf Wärmebild und die Rehkitze lassen sich als Punkt erkennen. Vier Stück hat er jüngst damit gerettet.
Zwei Stunden war er in seinem Urlaub auf der großen Wiese an der Isen bei Wöhrmühle unterwegs und klapperte drei Wiesen ab. Zwei Geschwister und zwei Einzelkitze konnte er dabei ausfindig machen. Er hob sie mit Handschuhen und mit Gras heraus, legte sie in eine Kiste und stellte sie in den Schatten. Die Kleineren ließen es sich gefallen, die Größeren quietschten etwas. Eine Geis sprang herbei und schimpfte mit ihm. Karl-Michael Dürner wartete ab, bis gemäht war und setzte die Jungen in der Nachbarwiese wieder aus. Die Wiese wird nur einmal im Jahr gemäht.
Die Geis hatte aus sicherer Entfernung alles beobachtet und näherte sich ihren Jungen wieder. Karl-Michael Dürner kontrollierte später noch einmal und es war alles in Ordnung. „Ich bin die Wiese noch einmal abgeflogen, ein Fünftes war nicht mehr drin“, erzählte er.
Die Zahl der Mähunfälle ist zurückgegangen, seit mit Drohnen gearbeitet wird. Aus dem vorigen Jahr sind dem Jäger zwei Unfälle bekannt und aus diesem Jahr noch gar keiner. Durch die Anschaffung einer zweiten Drohne können nun auch die Nachbarreviere unterstützt werden. Landwirte, die Hilfe brauchen, können sich an Karl-Michael Dürner, Telefon 0176/72990322 wenden. „Bitte rechtzeitig vorher“, lautet seine Bitte und er freut sich auch über Spenden. sn