Unterstützung für Eltern und Kinder

von Redaktion

Wenn in der Familie nicht alles rund läuft, ist der Familienstützpunkt Reichertsheim eine wichtige Anlaufstelle. Leiterin Christiane Mailänder erklärt, wie sie Eltern und Kindern bei großen und kleinen Sorgen zur Seite steht.

Reichertsheim – Zuletzt hat der Gemeinderat die finanzielle Unterstützung des Familienstützpunktes Gars mit seiner Nebenstelle in Reichertsheim angehoben. Dies war aufgrund gestiegener Kosten erforderlich. Was Eltern und Kinder von dieser Einrichtung haben, beschrieb Christiane Mailänder nun in einem Gespräch vor Ort.

Seit 2017 gibt es im Landkreis zehn solcher Einrichtungen, von denen vier zu übergeordneten Stellen gehören. So wird der Familienstützpunkt Reichertsheim, der zu Gars gehört, durch das Franziskushaus in Au unterhalten und vom Freistaat, dem Landkreis sowie den beiden Gemeinden finanziert.

Vielfältige Angebote
und ein offenes Ohr

Seit drei Jahren leitet Christiane Mailänder diese Anlaufstelle. Angeboten werden vor allem Beratungen, Vorträge, Spielnachmittage sowie Angebote für Kinder, beispielsweise innerhalb des Ferienprogramms. Sie selbst mache dafür „so viel Werbung wie es irgendwie geht“, denn vieles davon diene dazu, mit den Eltern und auch den Kindern ins Gespräch zu kommen. Die Heilerziehungspflegerin mit Zusatzausbildung als Fachkraft für Familienzentren betont, es gehe darum, mögliche Probleme und Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden. Darüber hinaus erhalte sie Hinweise von Kindergärten und Schulen, zudem über E-Mail und Telefon, das auch mit Whatsapp genutzt werden kann. Die Kontaktaufnahme soll für Eltern und Kinder so einfach wie möglich sein.

Doch der erste Schritt liegt bei den Betroffenen, erst dann wird sie aktiv, hilft selbst oder vermittelt Unterstützung. Dies, erklärt sie, könne viel sein: die Caritas mit der Erziehungsberatung, der Allgemeine Soziale Dienst, das „Café Miteinand“, Donum Vitae sowie Behörden mit dem „Konzept der Koordinierenden Kinderschutzstellen“ (KoKi) der Bayerischen Staatsregierung. Hierbei nimmt sie eine Lotsenfunktion ein.

Probleme seien vielseitig, weiß die Pädagogin, die Hauptthemen seien jedoch Schlafen und Essen bei den Kindern sowie der Umgang mit den Medien. Dies erstrecke sich bis zur eigenen Aufopferung der Erwachsenen, finanziellen Problemen, der Elternzeit und dem familiären Gefüge beim zweiten Kind.

Sollte etwas nicht zu lösen sein, macht die Pädagogin deutlich, sei die Suche nach Hilfe und Unterstützung ein klares Zeichen eigener Reflexion. Für sie selbst gehe es darum, sich in den anderen hineinzuversetzen, beschreibt Mailänder als Mutter von zwei Kindern, „da weiß man selber, dass nicht alles rund läuft“. Gerade dies aber mache „sehr viel Spaß und Freude“, vor allem wenn sich dann etwas bewege. Zuweilen brauche es „viele Tropfen“ auf den symbolischen Stein. Es sei klar, dass sie an die Schweigepflicht gebunden sei und dabei stets die Interessen der Eltern und der Kinder vertrete. Mehrarbeit durch Flüchtlinge habe sie nicht, obwohl dies aufgrund der Zuwanderungszahlen eigentlich zu erwarten wäre. Auf Englisch könne sie ebenfalls weiterhelfen. Genau hier erfülle das „Café Miteinand“ in Gars bereits eine wichtige Rolle bei der Integration. Überhaupt sei die Hilfe in Zusammenarbeit mit weiteren Initiativen umfangreich. Dazu zähle auch die Antragstellung für eine finanzielle Unterstützung etwa zu den Kosten für Mittagessen oder Vereinsbeiträge. Auch sollte ein Besuch eines Vortrags nicht am Eintritt scheitern, findet sie. Nein, nicht alle Probleme würden sich lösen lassen, aber es gebe zumindest Hilfen dazu. Oft genüge auch nur ein Hinweis oder ein offenes Ohr. Froh ist Christiane Mailänder über Rückmeldungen, gleich welcher Art, darüber freue sie sich sehr.

Oft beobachtet die Pädagogin, dass Hilfe im Internet und in sozialen Netzwerken gesucht werde. Dies sei an sich nicht verkehrt, doch kompetente Hilfe sehe sie dabei selten, und oft fehle eben die Rückmeldung, da der Austausch mit ausgebildeten Fachleuten fehle.

Gemeinsame Suche
nach dem besseren Weg

„Nein, den Generaltipp gibt es nicht, man könne gemeinsam versuchen, den besseren Weg herauszufinden“, lautet das Angebot von Christiane Mailänder.

E-Mail: familienstuetzpunkt@fh-au.de, Telefon 0175/9290165.

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