„Alles Leben ist Begegnung“

von Redaktion

Eindrücke der Gruppe Dr. Theissig zum Sudetendeutschen Tag 2026 in Brünn

Waldkraiburg – Der lange Weg im Bus von Ampfing nach Brünn verlief für die bunte Gruppe aus Waldkraiburgern, Ampfingern und Mühldorfern, die dem Aufruf der Ortsgruppe Waldkraiburg der Sudetendeutschen Landsmannschaft gefolgt waren, an diesem Großereignis in Mähren teilzunehmen, großteils recht kurzweilig.

Denn von Historiker Professor Andreas Weber erfuhr man immer wieder Wissenswertes über die Landschaften, die durchfahren wurden. Und kontrastreicher konnte der Beginn dieses Sudetendeutschen Tages in Brünn und damit erstmals in der Tschechischen Republik für die Teilnehmer nicht ausfallen: Am Hauptbahnhof begann die Gedenkfeier für die Opfer des Holocausts mit dem klaren Ton: Ein stilles Gebet und Verantwortung gegenüber der Geschichte, die weder relativiert noch vergessen werden darf. Doch antisudetendeutsche Demonstranten mit Transparenten und Flugblättern versuchten, die Feier lautstark zu stören. Dies wiederholte sich bei allen folgenden Programmpunkten des Sudetendeutschen Tages, selbst wenn versucht wurde, mit den Aufständischen ins Gespräch zu kommen. Am Brünner Bahnhof sollte an das schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte erinnert werden, denn 1941 fuhren von diesem Bahnsteig aus Transporte nach Theresienstadt und in andere Konzentrationslager. Mehr als 10.000 Menschen, darunter zahlreiche Juden, kamen ums Leben. Der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt betonte: „Freiheit bedeutet immer auch die Freiheit der Andersdenkenden. Deutsche Nationalsozialisten waren schlimmste Verbrecher. Wir jedoch müssen die tschechisch- deutsche-jüdische Tradition pflegen im Sinne eines geeinten, demokratischen Europa. Unser heutiges Gedenken ist ein Dienst an der Zukunft!“ Unter den Ehrengästen sah man zwei alte jüdische Damen, die als Kinder vor den Nationalsozialisten gerettet wurden und eigens aus den USA und England gekommen waren. Im Lauf des Abends trafen immer wieder Gruppen aus verschiedenen bayerischen Bezirken ein, so aus Nürnberg oder Bad Kissingen, mit denen die Gruppe im Hotel unterhalb des Spielbergs untergebracht war. fis

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