Dillisheim/Heldenstein – Im Alter von 93 Jahren ist Susanna Deißenböck aus Dillisheim bei Heldenstein nach einem erfüllten Leben verstorben. Susanna Deißenböck wurde am 28. Juni 1932 in Rabein bei Ampfing geboren und wuchs dort mit zwei jüngeren Schwestern auf. Hier besuchte sie auch die Volksschule.
Im März 1950 kam sie als Aushilfe zu ihrem Onkel und ihrer Tante nach Dillisheim. Die beiden adoptierten Susanna 1954. Nach der Hochzeit mit Andreas Deißenböck im Oktober 1955 wurde der Hof an das frisch- vermählte Ehepaar übergeben.
Sie wurden Eltern von vier Töchtern und vier Söhnen. Der älteste Sohn Andreas verunglückte 1975 mit nur 18 Jahren bei einem Motorradunfall und riss ein großes Loch in die Familie. Fast 60 gemeinsame Ehejahre verlebte Susanna Deißenböck mit ihrem Mann Andreas, bevor er im Jahr 2015 im Alter von 86 Jahren verstarb.
Susanna Deißenböck war sehr unternehmungslustig und nahm, sobald die Kinder groß waren, mit ihrer Nachbarin an zahlreichen Tagesausflügen teil. Später fuhr sie auch mehrere Tage nach Lourdes. Ein besonderer Höhepunkt war 2004 eine Reise nach London mit ihren Töchtern. Sie ließ sich keine Geburtstagsfeier, Hochzeit oder Taufe entgehen, sofern es gesundheitlich möglich war, und genoss die geselligen Stunden im Kreise ihrer Familie. Ihren Ausgleich fand Susanna Deißenböck auch stets im Handarbeiten, so stickte sie abends nach getaner Stallarbeit leidenschaftlich gerne Bilder. Mit selbst gebackenen „Kiache“, Hasenöhrl und anderen Leckereien erfreute sie ihre Familie und Besucher des Hofs. Auch wenn ihr das Backen zuletzt nicht mehr möglich war, so gab sie ihre Rezepte und Tipps doch gerne an die Familie weiter. Ein großes Fest war der 90. Geburtstag von Susanna Deißenböck, den sie mit zahlreichen Gästen am heimischen Hof feierte. Sie erfreute sich auch sehr an der musikalischen Einlage der Enkel. Susanna Deißenböck war stolze Oma von 14 Enkeln und neun Urenkeln. Sie lebte bis zuletzt am Hof in Dillisheim mit Sohn Rudi und seiner Frau Marika, die ihr hilfreich zur Seite standen und sie nach Bedarf pflegten. Gerne schaute sie die Gottesdienste oder Rosenkränze im Fernsehen an oder erfreute sich am Besuch der Familie. Im Februar zog sie sich einen Oberschenkelhalsbruch zu, von dessen Folgen sie sich nicht mehr erholte. Eine große Trauergemeinde begleitete Susanna Deißenböck auf ihrem letzten Weg, wobei ihre Enkel die Beerdigung wiederum musikalisch umrahmten. ai