Musik ist die Sprache ihres Herzens

von Redaktion

Volksmusik-Urgestein Gertraud Gaigl feiert ihren 85. Geburtstag

Obertaufkirchen – Sie ist die Frau für die Volksmusik in und um Obertaufkirchen. Als Lehrerin, Texterin, Komponistin und Musikerin ist Gertraud Gaigl bekannt. Nun feierte sie ihren 85. Geburtstag mit einem großen Fest im Pfarrheim.

Geboren 1941, wuchs sie als drittes von fünf Kindern in Weckerling auf. Sie besuchte die Volksschule in Eibach, die Mittel- und Frauenfachschule in Erding und studierte an der Pädagogischen Hochschule in München-Pasing. Aus der 1965 geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor.

Als Lehrerin für Handarbeit, Hauswirtschaft und Musik kam Gertraud Gaigl 1972 an die Schule in Obertaufkirchen.

Trägerin der
Bürgermedaille

Die musikalische Begabung erbte sie von ihrer Mutter. In ihrem Elternhaus wurde viel gesungen und musiziert, begleitet durch Zither und Gitarre. Die weitere musikalische Entwicklung machte sie in der Mittel- und Frauenfachschule, dort kamen auch Geige und Klavier hinzu.

Der Hauskauf und die Versetzung nach Obertaufkirchen waren ein Glücksfall, denn hier bot sich die Möglichkeit, sich musikalisch einzubringen. Die Eltern, die Kinder, die Gemeinde und Schulleiter Rudi Müller waren der Musik gegenüber aufgeschlossen. 1972 trat Gertraud Gaigl in die bereits gegründete Volksmusik Obertaufkirchen ein, die später mit dem Wasserburger Löwen und einer Ehrung durch die Hanns-Seidel-Stiftung ausgezeichnet wurde. Die Jubilarin bildete unzählige Musikanten aus und übernahm 2013 die Gruppe. Mit ihrem Musikunterricht hat sie zudem nicht nur die Musikalität der Kinder gefördert, sondern auch die Entwicklung der Persönlichkeit. Als die Regierung von Oberbayern einen Wettbewerb ausschrieb, wurde mit der neu gegründeten Schulhausmusik gleich der erste Preis gewonnen. Inzwischen besteht die Schulhausmusik seit über 40 Jahren und wurde mit einem festlichen Konzert gefeiert.

Die Ornautaler Musikanten, die Gertraud Gaigl gründete und die von ihr geleitet werden, erfreuen schon seit mehr als 30 Jahren mit ihrer Musik. Seit einigen Jahren leitet Gaigl auch den DreiXang – drei gestandene Männer, die mit ihrem Gesang das kulturelle Leben im Ort bereichern. Für besondere Anlässe verfasst die Jubilarin passende Texte und vertont sie für drei Stimmen mit Liedbegleitung.

Die coronabedingt stille Zeit ließ ihr viel Zeit zum Komponieren – vom Walzer, Landler und Boarischen bis hin zu Menuetten und Weisen. Sie schrieb diese gezielt für die Besetzung ihrer Musikgruppen. Musikalische Höhepunkte im Jahr sind die von ihr organisierten Mariensingen und der Gemeindehoagarten. Anlässlich des 10. Hoagartens wurde ihr von Bürgermeister Franz Ehgartner die Bürgermedaille verliehen. Seit über 50 Jahren bildet der Zangberger Advent im historischen Ahnensaal des Klosters Zangberg den Abschluss des Jahres.

Dankbar und gerührt
von der Ehrung

Wie könnte ihr 85. Geburtstag anders gefeiert werden als mit Musik? Beim Fest im Pfarrheim sang der gesamte Projektchor des Pfarrverbandes zur Melodie von „Horch, was kommt von draußen rein“ ein Ständchen mit selbst gedichtetem Text zu Ehren von Gertraud Gaigl. Das Lied „Hab‘ Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit“ schloss sich daran an – und das Geburtstagskind sang selbstverständlich mit. Nach der Eröffnung des großen Buffets, das Annemarie Narat organisiert hatte, gab der Wiesrainer Franz Ernst ein Gedicht zum Besten, das alle Vorzüge des Geburtstagskindes enthielt. Gertraud Gaigl war dankbar und gerührt von der Ehrung und der musikalischen Unterstützung, die sie von so vielen Seiten erhält, und freut sich auf weitere Jahre des gemeinsamen Musizierens. „Musik ist die Sprache des Herzens und muss nicht übersetzt werden“, so Gertraud Gaigl.

Artikel 1 von 11