Waldkraiburg – Die Bund Naturschutz-Ortsgruppe hat der Stadt durch ihr Engagement geholfen, einen Betrag zwischen 20.000 und 30.000 Euro zu sparen. Doch die Vorsitzende der BN-Ortsgruppe, Bettina Rolle, betont, dass es nicht ums Geld geht, sondern „um das gemeinsame gesellschaftliche Engagement für eine schönere Stadt und für ein besseres Miteinander. Und in dieser Hinsicht sind wir in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen“.
Im Winter 2024 fing alles an: Zuerst hatte der Waldkraiburger Stadtrat grünes Licht für die Aktion gegeben. Es ging darum, aus dem maroden Betonbecken im Stadtpark ein schönes Biotop zu machen. Bei einer Begehung mit dem Gartenbauunternehmen Bitzer&Bernhard aus Mettenheim, die mit kompetentem Rat und geeignetem Gartengerät zur Seite standen, wurde das Vorgehen besprochen.
Im Februar 2025 wurde dann mit den Abrissarbeiten begonnen. Die alten Bitumenbahnen mussten mit dem Bunsenbrenner erhitzt und anschließend von vielen helfenden Händen abgetragen und entsorgt werden. Eine Kernbohrung ergab, dass der Asphalt im Becken bleiben kann und nicht entsorgt werden musste.
Nun kamen die Stadtwerke zum Einsatz: mit schwerem Gerät wurde der Betonboden „aufgespechtet“. So kann Regenwasser in tiefere Bodenschichten abfließen und so können die zukünftigen Pflanzen wurzeln.
Lehm mit blanken
Füßen festgetrampelt
Mit dem Bauunternehmer Martin Schwarzenbeck wurde ein weiterer Unterstützer gewonnen, der nicht nur Kies, sondern, viel wichtiger, einen Lastwagen plus Fahrer für einen ganzen Arbeitstag zur Verfügung stellte. Über 100 Tonnen Kies- und Sand spendeten die umliegenden Kiesgruben. Damit wurde der Boden für das neue Biotop vorbereitet.
Im nächsten Schritt wurde der kleine Weiher angelegt, Folie, Vlies und Lehm verlegt. In einer großen Publikumsaktion mit viel Wasser wurde im Hochsommer 2025 der Lehm mit blanken Füßen festgetrampelt. Im Frühjahr dieses Jahres konnten schließlich dicke Baumwurzeln zum Schutz des Feuchtbiotops verbaut werden und Ende April wurde die Fläche für die zukünftige Magerwiese endlich – alles per Hand – angelegt. Danach hieß es: warten auf Regen. Nachdem Bettina Rolle eine Woche eigenhändig die Fläche bewässert hatte, wurden die Sprinkler aus dem Stadtpark gestohlen. Danach hat der Stadtgärtner Christian Stöckl diese Aufgabe übernommen und die Fläche einmal täglich bewässert. Mittlerweile hat die Natur selbst dafür gesorgt, dass die Fläche mit Wasser versorgt wird. „In wenigen Wochen wird die Saat aufgehen, so hoffen wir. Dann wird eine wunderschöne Blumenwiese auf der einen Seite und ein schnuckeliges kleines Feuchtbiotop auf der anderen Seite die Besucher erfreuen, die sich inzwischen jahrelang über die Betonwüste geärgert haben“, freut sich Bettina Rolle mit ihren Mitstreitern. Parallel dazu hofft sie, dass der Bund Naturschutz „auch ein wenig für geflüchtete Menschen geworben hat, die sich ebenfalls eingebracht haben und dies auch gerne weiter tun würden“.