Waldkraiburg – Die blauen Sitzbänke und das Grün der Linden sind die einzigen Farbtupfer am Pausenhof des Waldkraiburger Gymnasiums. Ansonsten ist es ein tristes Grau in Grau der Pflastersteine. In der Pause gehen die Schüler hier spazieren oder spielen Tischtennis, aber viel Aufenthaltsqualität bietet der Platz nicht. Das soll sich ändern – und die Schulfamilie packt selbst mit an.
Die Pläne sind nicht neu. Schon vor Jahren war eine Begrünung des Pausenhofs geplant, gescheitert ist das Projekt aber an der Finanzierung. „2018 gab es die ersten Überlegungen, aber wegen des fehlenden Geldes ist das Projekt nicht umgesetzt worden. Es ist zwar jetzt auch kein Geld vorhanden, aber wir verfolgen nun einen anderen Ansatz“, erklärt Schulleiter Thomas Fraundorfner.
Ein Ansatz, bei dem die Schule mit Eigeninitiative dort einspringt, wo finanzielle Mittel fehlen. Denn mit viel Eigenleistung will die Schulfamilie den neuen Pausenhof in mehreren Abschnitten verwirklichen.
Eine Hitzeinsel im Sommer: Das soll sich ändern
Der Handlungsbedarf ist groß: Im Sommer wird der Platz zur Hitzeinsel. Schatten gibt es nur an wenigen Stellen, die Pflastersteine speichern die Wärme und sorgen dafür, dass sich auch die Klassenräume rund um den Pausenhof stark aufheizen. Wegen der Klimaerwärmung könnte die Situation in den nächsten Jahren noch belastender werden.
Zudem fehlt es an Aufenthaltsqualität: Mit mehr Grünflächen, Schatten und neuen Aufenthaltsmöglichkeiten soll der Pausenhof künftig zu einem Platz werden, an dem sich Schüler auch im Sommer gerne aufhalten oder an neuen Bänken und Tischen kreativ arbeiten. Dafür sollen große Flächen entsiegelt und begrünt, neue Bäume und Sträucher gepflanzt werden.
Am Gymnasium hat das Projekt Christine Kreck in die Hand genommen. „Das Landratsamt übernimmt die Arbeiten mit schweren Maschinen. Gemeinsam hat man ein Konzept entwickelt, in das auch die Ideen der Schüler eingeflossen sind“, erklärt die Lehrerin. Dazu habe es mit Landschaftsarchitektin Barbara Grundner-Köppel einen Workshop mit Schülern gegeben über die Grundzüge einer guten Planung. „Daraus sind Modelle, Skizzen und Ideen entstanden, die in den Planentwurf miteingeflossen sind“, erklärt Kreck. Auch beim Bund Naturschutz hat sich die Schule Unterstützung geholt.
Wo es möglich ist, soll die gesamte Schulfamilie bei der Umsetzung mithelfen. Aber nicht alles lässt sich mit Engagement lösen. „Was noch komplett fehlt, ist die Ausstattung: Bäume, Sträucher und Sitzbänke. Die Kosten dafür muss die Schule selbst übernehmen“, erklärt die Lehrerin.
Mit Kosten zwischen 50.000 und 60.000 Euro rechnet die Schule insgesamt, für den ersten Abschnitt kalkuliert Thomas Fraundorfner mit rund 15.000 Euro. Erste Spenden gibt es bereits. Noch vor den Sommerferien soll es im Bereich entlang der Turnhalle losgehen: Das Pflaster kommt weg, stattdessen werden Bäume und Sträucher gepflanzt und Pergolen errichtet. Der Mittelbereich des Platzes folgt dann im nächsten Jahr. Die Arbeiten mit schwerem Gerät übernimmt der Kreisbauhof – eine Möglichkeit, wie das Landratsamt als Schulaufwandsträger das Gymnasium trotz der angespannten finanziellen Situation unterstützen kann.
Manpower durch den
Kreisbauhof soll helfen
„Das Landratsamt begleitet diesen Prozess fachlich, organisatorisch und mit Manpower durch den Kreisbauhof und unterstützt die Schule bei der schrittweisen Umsetzung des Konzepts“, teilt die Behörde auf Nachfrage mit.
Die Finanzen sind auch der Grund, weshalb die Umgestaltung des Pausenhofs noch immer nicht passiert ist. Dass jetzt das Gymnasium mit Förderern einen eigenen Weg sucht, weiß die Behörde zu schätzen. „Umso wichtiger ist es, gemeinsam mit der Schule pragmatische Wege zu nutzen, um zumindest einzelne Bausteine des bereits erarbeiteten Konzepts schrittweise zu verwirklichen und den Pausenhof sukzessive aufzuwerten“, heißt es beim Landratsamt.
Damit aus dem grauen Pflasterhof Schritt für Schritt ein grüner Aufenthaltsort wird, ist das Gymnasium aber auch auf Unterstützung von außen angewiesen.
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Wer für die Neugestaltung des Pausenhofs spenden will, bekommt nähere Informationen im Internet unter gymnasiumwaldkraiburg.de