Mühldorf/Waldkraiburg/ Wasserburg – Der weiße Jerseystoff schmiegt sich an die Haut. Schwarz-rot-goldene Streifen schmücken die Brust. Wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am morgigen Sonntag um 19 Uhr in ihrem ersten WM-Gruppenspiel auf Curacao trifft, werden es sich die Fans wieder überstreifen: ihr Trikot. Doch decken sich die Anhänger der Nagelsmann-Elf auch fleißig mit neuen Shirts ein?
Adidas hat für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko – mit 48 Mannschaften und 104 Spielen die größte WM aller Zeiten – zwei neue Trikots auf den Markt gebracht. Das weiße Heimtrikot erinnert sehr an das Dress von 1990. Damals wurde Deutschland in Italien Weltmeister.
Alternativ steht noch das blau-türkise Auswärtsshirt zur Auswahl. Wie verkaufen sich die guten Stücke bereits? innsalzach24.de und die OVB-Heimatzeitungen haben sich bei Sportgeschäften in der Region umgehört.
„Kids sind ganz
wild auf ein Trikot“
Gut verkaufen sich die Trikots bereits im Sportgeschäft Kohlfeld in Mühldorf. „Die Leute sind schon in Stimmung“, betont eine Verkäuferin. „Vor allem die Kids sind ganz wild auf ein Trikot, wir haben schon eine riesige Nachbestellung getätigt.“
Zufrieden mit dem Geschäft zeigen sich auch die Verantwortlichen bei Sport Schäftlmaier in Waldkraiburg. „Zumindest bei uns im Laden erleben wir eine ähnliche Euphorie wie vor der letzten Europameisterschaft“, sagt Geschäftsführer Alexander Schäftlmaier. „Das meiste“ bringe der Betrieb allerdings über seinen Onlineshop an den Mann und an die Frau.
Auch in Waldkraiburg kommt vor allem das blaue Auswärtsdress gut an, das eine Hommage an historische Trainingsoberteile des DFB darstellt. „Das kaufen 60 bis 70 Prozent“, erklärt der Sportartikelhändler. Wenn die Fans ein Trikot mit Beflockung wählen, möchten sie bevorzugt die Namen des Bayern-Kapitäns Joshua Kimmich, des Mittelfeld-Duos Florian Wirtz und Jamal Musiala sowie des tragischerweise verletzten Bayern-Juwels Lennart Karl auf ihrem Shirt haben.
Zu Beginn dieser Woche seien die Fans in Wasserburg noch nicht wirklich im Trikot-Kaufrausch gewesen, berichtet Andrea Heyenbrock aus der Sportabteilung der Filiale des Gewandhauses Gruber in Wasserburg. Zunächst sei die Nachfrage noch eher spärlich gewesen. Doch je näher das WM-Eröffnungsspiel rücke, desto mehr Anhänger der DFB-Elf hätten im Geschäft dann zum Trikot gegriffen. Besonders beliebt: das blaue Auswärtsdress. „Wir verkaufen zu etwa zwei Dritteln das blaue, zu einem Drittel das weiße Trikot“, erklärt Heyenbrock.
Ein günstiges Vergnügen ist der Trikot-Kauf indes nicht. 100 Euro kosten die Shirts. Manch einer mag, in Zeiten, in denen die Preise in allen Bereichen gestiegen sind, vielleicht eher das alte Trikot aus dem Schrank holen, statt sich ein neues zu kaufen.
Allerdings bekommt der Fan „ein hochwertiges Produkt, das er ja auch im Alltag tragen kann“, betont die Verkäuferin. Heyenbrock hofft jetzt, dass die deutsche Mannschaft eine gute WM spielt und im Turnier weit kommt. Damit stehe und falle die Nachfrage nach den Trikots. „Wenn es gut läuft“, meint sie, „kann es sein, dass die Leute hier noch Schlange stehen.“
Bei ihrer Kaufentscheidung beeinflussen die Fans in den Augen von Alexander Schäftlmaier auch die teils späten Anstoßzeiten, bedingt durch die Zeitverschiebung zu Nordamerika. Die Gruppenspiele der DFB-Elf sind für Europa noch zu humanen Zeiten angesetzt. Nachdem es am Sonntag eben um 19 Uhr gegen Curacao geht, trifft die DFB-Elf jeweils um 22 Uhr auf die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni).
Bei einem Weiterkommen in die K.o.-Runde könnte den deutschen Zuschauern aber blühen, dass Spiele um 3 oder 5 Uhr morgens angepfiffen werden. „Wenn man die Partien nachts alleine zu Hause schauen muss, weil es uhrzeitbedingt kein Public Viewing gibt, könnten manche Fans auch zu dem Schluss kommen, dass sie kein Trikot brauchen“, meint Schäftlmaier.
Auf der anderen Seite: „Es ist das letzte Adidas-WM-Trikot der deutschen Nationalmannschaft“, unterstreicht er. 2027 beendet der DFB die gut 70 Jahre währende Zusammenarbeit, Nike wird dann neuer offizieller Ausrüster des Verbands. „Das macht das aktuelle Trikot schon noch einmal zu etwas Besonderem.“
Wo Fans in der Region
jetzt noch fündig werden
Fans, die sich kurz vor Anpfiff des ersten Gruppenspiels noch eindecken möchten, werden in allen drei genannten Sportgeschäften und vielen weiteren der Region fündig. Alle befragten Händler führen Kinder-, Jugend- und Damengrößen. Auch Bälle haben sie im Angebot. „Es kann sein, dass eine Größe XS oder XXL mal nicht vorrätig ist“, sagt Schäftlmaier. „Alle gängigen Größen sind aber verfügbar.“