Ein Halbleiter-Familienbetrieb kommt

von Redaktion

Neumarkts Bürgermeister Stefan Streck hat die Ansiedlung eines ersten Gewerbebetriebs verkündet. Ein bayerischer Familienbetrieb aus der Halbleiterbranche möchte expandieren und dafür ein ehemaliges Fitnessstudio in der Werkstraße nutzen. Der Stadtrat stimmte der dafür notwendigen Nutzungsänderung bereits einstimmig zu.

Innerhalb von sechs Monaten wurden 2010 die bestehenden Gebäude aus den 50er- und 70er-Jahren topmodernisiert für ein Fitnessstudio.

Neumarkt-St. Veit – Ein innovatives Familienunternehmen aus der Halbleiterbranche möchte seinen Standort erweitern, und das in Neumarkt-St. Veit. Damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn nicht nur, dass der Bürgermeister sein erstes Wahlversprechen einlöst, Gewerbebetriebe nach Neumarkt-St. Veit zu holen. Mit der Ansiedlung des Familienunternehmens wird auch ein Leerstand wiederbelebt. Denn als Firmensitz soll das ehemalige Fitnessstudio „La Vita“ in der Werkstraße 1 dienen. Dieses hatte im September 2024 offiziell seinen Betrieb eingestellt.

Firmenname ist noch
ein großes Geheimnis

Jetzt, knapp zwei Jahre später, meldete sich endlich ein Interessent. „Das Unternehmen hat Kontakt mit der Stadt aufgenommen und wir von der Verwaltung und vom Bauamt haben sofort alles in die Wege geleitet, damit es mit der Ansiedlung klappt“, berichtet Stefan Streck (CSU) stolz über das bisherige gute Einvernehmen zwischen Unternehmer und Stadt.

Um welche Firma es sich genau handelt, wollte Streck auch auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen (noch) nicht preisgeben. Es seien noch Vertragsangelegenheiten zu klären, entschuldigt er seine Zurückhaltung. Bereits in der Stadtratssitzung hatte Streck erklärt, dass es sich um einen Familienbetrieb aus Bayern handle mit rund 35 Jahren Erfahrung in der Halbleitertechnik. Das Unternehmen sei auf die Aufbereitung von Grundmaterialien für Mikrochips spezialisiert. Europaweit nehme der Betrieb dabei eine besondere Stellung ein: Nach Angaben des Unternehmens gebe es weltweit lediglich zwei Firmen mit vergleichbarer Technologie – eine in Florida (USA) und eben diese eine in Bayern.

Die weiterverarbeiteten Materialien würden anschließend unter anderem nach China und Taiwan geliefert. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut. Das familiengeführte Unternehmen wird inzwischen von der nächsten Generation mitgetragen: Zwei Töchter sind bereits im Betrieb tätig, informierte Streck. Jetzt stehe eine Erweiterung des Betriebs an, und dafür hat sich die Familie den Standort Neumarkt-St. Veit ausgesucht. Mit der Erweiterung sollen zunächst zehn neue Arbeitsplätze entstehen. „Langfristig ist ein Ausbau auf bis zu 40 Beschäftigte möglich“, so Streck weiter. Für die Gemeinde sei dies nicht nur ein Gewinn für den Arbeitsmarkt, stellte Streck fest, „sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht“. Der Betrieb könne mittelfristig zu höheren Gewerbesteuereinnahmen beitragen.

Im Vorfeld hatten sich die Gemeinderäte gemeinsam mit Wirtschaftsreferent Uwe Beckel (CSU) und Marion Ißmaier von der Bauverwaltung vor Ort ein Bild von dem Unternehmen gemacht. Beckel zeigte sich beeindruckt.

Kein Lkw-Verkehr, kein
Lärm, keine Abgase

Die Fertigung sei „absolut imposant“, erklärte er. Das Unternehmen sei in Europa einzigartig und profitiere vom anhaltenden Boom der künstlichen Intelligenz, der die Nachfrage nach Halbleitern weiter steigen lasse. Ziel sei es, spätestens Mitte 2027 mit der Produktion in den neuen Räumlichkeiten zu beginnen. Beckel sprach von einem „tollen Familienbetrieb“. Obwohl sich der Betrieb in Neumarkt-St. Veit in relativer Nähe zur Wohnbebauung befindet, seien von ihm kaum Beeinträchtigungen zu erwarten, betonte Bürgermeister Streck. Es gebe weder nennenswerte Lärm- noch Geruchsemissionen. Der Verkehr beschränke sich im Wesentlichen auf einen Paketdienst pro Tag. Zudem arbeite das Unternehmen ausschließlich im Tagesbetrieb von etwa 7 bis 17 Uhr, sodass kein Schichtverkehr in den Abend- oder Nachtstunden entstehe.

Auch der Umgang mit Chemikalien sei unproblematisch. Diese würden ausschließlich innerhalb des Betriebs verwendet, intern gefiltert und gelangten nicht ins Abwasser. Anfallende Reststoffe würden von einem spezialisierten Entsorgungsunternehmen fachgerecht abgeholt. Das Unternehmen verfüge zudem über entsprechende Umweltzertifizierungen.

Absolut professionelle
Präsentation

Streck verwies auf das Landratsamt Mühldorf, das keine Einwände gegen das Vorhaben geäußert habe. Das Unternehmen habe sich in allen Gesprächen als äußerst professionell und zuverlässig präsentiert.

Um für die weiteren Planungen grünes Licht zu geben, musste eine Nutzungsänderung des Gebäudes erfolgen. Am Ende fiel die Entscheidung des Gemeinderats einstimmig aus: Mit 19:0 Stimmen wurde dem Antrag auf Vorbescheid zugestimmt.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Werkstraße 1

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