Ungenaue Verfügungen helfen nicht

von Redaktion

VdK und Anna Hospizverein informieren in Maitenbeth über persönliche Vorsorge und praktische Hilfe

Maitenbeth/Rechtmehring/ Mühldorf – Zu einem Informationsabend rund um die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht hatte der Ortsverband des Sozialverbandes VdK Maitenbeth/Rechtmehring in die Alte Post nach Maitenbeth eingeladen. Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über wichtige Fragen der persönlichen Vorsorge und praktische Hilfen für den Ernstfall zu informieren.

Der Vorsitzende Dieter Bernert begrüßte als Referenten Klaus Huber vom Anna Hospizverein Mühldorf. In seinem anschaulichen Vortrag erläuterte Huber, warum sich viele Menschen nur ungern mit Krankheit, Sterben und Vorsorge beschäftigen. Unsicherheit, fehlende Informationen oder die Scheu vor Gesprächen innerhalb der Familie seien häufige Gründe dafür. Gleichzeitig bestehe bei den meisten Menschen der Wunsch, auch in schwierigen Lebenssituationen selbstbestimmt entscheiden zu können.

Ausführlich erklärte der Referent den Unterschied zwischen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Während mit einer Vorsorgevollmacht eine Vertrauensperson bevollmächtigt wird, im Bedarfsfall Entscheidungen zu treffen, hält die Patientenverfügung den eigenen Willen zu medizinischen Maßnahmen schriftlich fest. Beide Dokumente sollten sorgfältig erstellt und möglichst gemeinsam mit Angehörigen besprochen werden. Huber machte deutlich, dass allgemeine Formulierungen wie „Ich möchte nicht an Schläuchen hängen“ für Ärzte und Bevollmächtigte oft keine ausreichende Orientierung bieten. Entscheidend sei vielmehr, konkrete Behandlungssituationen zu bedenken und die persönlichen Wünsche möglichst eindeutig festzuhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Palliativversorgung. Ihr Ziel sei es, belastende Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Ängste zu lindern und Betroffene sowie deren Angehörige zu begleiten. Gerade in der letzten Lebensphase seien Zeit, Gespräche und eine gute Beratung von großer Bedeutung.

Zum Abschluss seiner Präsentation appellierte Klaus Huber an die Zuhörer, das Thema Vorsorge nicht auf die lange Bank zu schieben. Wer frühzeitig seinen Willen festhalte und diesen mit seinen Angehörigen bespreche, erleichtere im Ernstfall wichtige Entscheidungen und sorge dafür, dass die eigenen Wünsche respektiert werden.

Der Anna Hospizverein bietet im Landkreis Mühldorf regelmäßig Gruppeninformationen an, bei denen diese Formblätter ebenfalls zur Verfügung gestellt werden – unter anderem in Haag an jedem zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr im InnKlinikum. Um eine telefonische Anmeldung unter der Telefonnummer 08631/1857150 wird gebeten. Zum Ende der Informationsveranstaltung stellte Dieter Bernert noch die SOS-Dose vor und bot sie den Teilnehmern zur Mitnahme und Nutzung an. Die SOS-Dose ist ein einfaches Notfallhilfsmittel für zu Hause. Sie enthält wichtige persönliche und medizinische Informationen wie Erkrankungen, Medikamente, Allergien sowie Kontaktdaten von Angehörigen. Die Dose wird im Kühlschrank aufbewahrt, da dieser in nahezu jedem Haushalt leicht zu finden ist.

Aufkleber an der Haustür und am Kühlschrank weisen Rettungskräfte auf die SOS-Dose hin, sodass sie im Notfall schnell auf die wichtigen Informationen zugreifen können. rl

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