Schon öfter sind zuletzt erhaltenswerte Münchner Häuser Opfer der Abrissbirne geworden. Die Häuser an der Hochstraße 9 in Haidhausen und an der Sailerstraße 2 bis 6 in Schwabing-West sind nur zwei Beispiele. Sicher: Die Millionenstadt, die weiter wächst, muss sich fragen, wo Platz für neue Wohnungen ist. Dass dabei aber Kulturdenkmäler auf der Strecke bleiben und Spekulanten sich die Taschen vollmachen, ist ein Unding. Inzwischen ist es an der Tagesordnung, dass Bauherren drohende Bußgelder in die Planung einrechnen. Kein Problem: Der Profit ist bei Weitem höher.
Was nun aber an der Oberen Grasstraße in Giesing passiert ist, hat eine neue Dimension. Hier hat offenbar ein Bauträger, der sanieren sollte, in Wild-West-Manier eines der letzten so charmanten Handwerkerhäuschen im Viertel weggerissen, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Solch dreisten Methoden muss Einhalt geboten werden. Und zwar schnell, bevor das Gesicht der Stadt endgültig verloren geht.