Sebastian Roloff, SPD-Bundestagskandidat im Münchner Süden, setzt sich für eine Erhöhung der Zuschauerkapazität des Grünwalder Stadions ein. Und zwar nicht nur auf die bisher vorgesehene Zahl von 15 000. Roloff hält auch 20 000 für vorstellbar. „Die Stadt sollte ernsthaft prüfen, ob das baulich möglich ist“, sagte der Sozialdemokrat unserer Zeitung.
Derzeit ist die Arena aufgrund von Sicherheitsvorschriften, Lärmschutzvorgaben und baulicher Mängel in der Westkurve nur für 12 500 Zuschauer zugelassen. Der renommierte Stadion-Architekt Stefan Nixdorf, der viele Arenen in Deutschland gebaut oder modernisiert hat, hatte in einem Interview mit unserer Zeitung erklärt, er wolle eine Kapazität von 20 000 in der Kultstätte auf Giesings Höhen nicht ausschließen. In den 90er-Jahren durften sogar noch knapp 30 000 ins Grünwalder Stadion. Diese Größenordnung hält allerdings auch Nixdorf für nicht mehr möglich.
Roloff sagte nun, was die Infrastruktur betrifft, halte er eine Zuschauerzahl von 20 000 für möglich. Er wohne selbst in der Nähe des Stadions und habe in den vergangenen Wochen auch mit vielen Bürgern gesprochen. Fazit: „Es läuft gut, seitdem der TSV 1860 wieder im Grünwalder Stadion spielt.“ Bei 15 000 Zuschauern sehe er die Grenze jedenfalls noch nicht erreicht. Dabei gehe es nicht nur um die Löwen – die Stadt solle prinzipiell überprüfen, welches Ausbauvolumen an dem Standort realisierbar und mit welchen Kosten dies verbunden sei.
Womöglich muss Roloff bei seiner Initiative fürs Grünwalder aber noch Überzeugungsarbeit in seiner eigenen Partei leisten. Sowohl OB Dieter Reiter als auch Bürgermeisterin Christine Strobl hatten bisher einen Ausbau über ein Fassungsvermögen von 15 000 hinaus abgelehnt. Reiter will davon nach wie vor nicht abrücken. Die SPD-Stadtratsfraktion aber, behauptet Roloff, habe sein Anliegen auf dem Schirm.
Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte die sportpolitische Sprecherin Verena Dietl: „Die Rathaus-SPD wünscht sich grundsätzlich mehr Plätze. Beim Umfang müssen wir schauen, was sich wie umsetzen lässt. Ob wir dabei über 15 000 oder noch mehr reden, muss man aber abwarten.“ Es gehe ja nicht nur um das baulich Machbare oder die Nachfrage nach Plätzen, sondern auch um gestiegene Standards und Fragen wie etwa zum Verkehr im Viertel, so Dietl.
Die SPD hatte bereits 2015 beantragt, dass die Verwaltung prüft, ob die Westkurve saniert werden und weitere Plätze bieten kann. Dieses Verfahren dauere leider noch an. Ende des Jahres soll im Stadtrat eine Erweiterung auf zumindest 15 000 Plätze beschlossen werden. Dietl: „Die SPD-Fraktion will, dass im Grünwalder gespielt wird und dass viele Fans das erleben können. Schließlich wurde bereits viel in die Sanierung investiert und das städtische Stadion hat viel Tradition.“ klaus vick