Der Start in die Woche könnte schöner sein: Wegen der Verdi-Warnstreiks wird es heute von Betriebsbeginn bis in den Vormittag hinein zu erheblichen Einschränkungen bei Bussen und Trambahnen kommen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) empfiehlt, auf U- oder S-Bahnen auszuweichen, da diese nicht betroffen sind. Wer dennoch mit Bus oder Tram pendeln muss, sollte Geduld mitbringen. Zwar wird die MVG alle Strecken bedienen können, jedoch nicht in der üblichen Taktdichte.
Auf allen Tramlinien werden die Züge grundsätzlich im 20-Minuten-Abstand fahren. Sofern im Laufe des Tages weitere Fahrzeuge mit Fahrern besetzt werden können, wird das Angebot punktuell weiter verdichtet. Ähnliches gilt auch für den Busverkehr. Die Leitstelle wird versuchen, die besetzten Fahrzeuge so zu disponieren, dass die wichtigsten Linien in möglichst regelmäßigen Abständen bedient werden.
Dass überhaupt noch Fahrzeuge fahren, ist nur möglich, weil nur jene Mitarbeiter der MVG zum Streik aufgerufen worden sind, die auch bei dem Verkehrsbetrieb direkt angestellt sind. Fahrer des Mutterkonzerns Stadtwerke München und privater Firmen müssen arbeiten.
Für die MVG-Mitarbeiter fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Monatsgehälter um 120 Euro. Nach zwölf Monaten sollen eine Steigerung um weitere fünf Prozent folgen. Grund für den Warnstreik ist laut Verdi, dass die Verkehrsgesellschaft nur dann einer Lohnerhöhung zustimme, wenn im Gegenzug auch die Arbeitszeit verlängert wird. „Wir wollen ein letztes Warnsignal senden, dass es kein Koppelgeschäft zwischen Lohnerhöhung und Arbeitszeitverlängerung gibt“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Franz Schütz.
MVG-Sprecher Matthias Korte teilt dazu mit: „Die angebotene Arbeitszeiterhöhung von 38,5 auf 40 Stunden ist freiwillig und jährlich zu- beziehungsweise abwählbar. Die Arbeitszeiterhöhung wäre mit einer erheblichen Gehaltssteigerung um bis zu 14 Prozent verbunden.“
Am 13. September treffen sich Verdi und MVG zur vierten Verhandlungsrunde.