Kampf um die Rotunde

von Redaktion

Markantes Gebäude soll zugänglich bleiben

Die im Volksmund „Postpalast“ genannte Rotunde an der Arnulfstraße soll für die Bürger zugänglich bleiben. Das wird die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt in der Sitzung am morgigen Dienstag beantragen. In dem ehemaligen Paketzustellamt soll ein Hotel entstehen. Das Projekt ist umstritten.

Wie berichtet, ist unlängst ein Bauantrag bei der Verwaltung eingegangen, der eine Nutzungsänderung der Rotunde in ein Hotel vorsieht. Geplant sind 270 Zimmer sowie eine dreigeschossige Tiefgarage mit 300 Stellplätzen, außerdem ein Bürokomplex mit knapp 550 Arbeitsplätzen. Ferner soll eine neue Riegelbebauung im Innenhof entstehen. Insgesamt ist die Rede von 120 neuen Wohnungen und Gewerbeflächen.

Die Stadt hatte bereits 2010 einen Vorbescheid für eine Hotelnutzung genehmigt. 2015 fiel der Grundsatzbeschluss für einen Bebauungsplan.

Erst vor Kurzem hatten der Bezirksausschuss und die Stadtrats-Grünen sich gegen die Idee gewehrt, vor allem das Hotel stößt auf Unverständnis. Die Fraktion fordert die Verwaltung auf, die Hotel-Pläne zu überdenken. Schließlich könnte bei einem Verzicht auf die Luxusherberge mehr Raum für neue Wohnungen entstehen.

Die CSU im BA will nun die Rotunde als bedeutendes und prägendes Denkmal in der Maxvorstadt für die Öffentlichkeit erhalten. Planungssprecherin Britta Gürtler: „Der große Veranstaltungssaal stand bisher zum Beispiel als Hippodrom während der Wiesn zur Verfügung. Wir wollen, dass die Bürger auch künftig einen Blick ins Gebäude werfen können.“ Rückendeckung kommt von Stadtrat Hans Theiss (CSU): „Solche Denkmäler haben unsere Stadtteile über Jahrzehnte geprägt. Es ist wichtig für das historische Bewusstsein, dass wir diese Gebäude erlebbar erhalten.“

Nach der ersten Kritik an den Plänen hatte der Bauherr, die Intown-Gruppe, gegenüber unserer Zeitung betont, dass die Rotunde – dann als Hotel – „weiterhin jedermann zugänglich sein“ werde. Und im Mittelhof werde man das Areal als Fußgänger queren können. Sascha Karowski

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