Ein Mal im Rampenlicht – für ein paar Sekunden zweifelhaften Ruhm. Das ist es, was immer wieder Wiesn-Besucher dazu treibt, sich auf einen Biertisch zu stellen, den Masskrug anzusetzen und ihn in einem Zug zu leeren. Dazu kommt der Jubel der umstehenden Menge. Das sogenannte Exen ist von einer lästigen Unsitte zur ekelhaften Tradition verkommen. Auch am ersten Samstag ließen sich wieder – vornehmlich männliche – Besucher für das sinnlose Besäufnis feiern.
Immer mit dabei: das Smartphone für Fotos und Videos, die möglichst schnell im Netz landen sollen. Vor allem während der Musikpausen sorgen die Gäste häufig für ein derartiges Unterhaltungsprogramm. Laut Hofbräu-Wirt Ricky Steinberg sehe man solche Aktionen nicht gerne, könne sie aber kaum verhindern. „Wenn wir die Aktionen unterbinden wollen, haben die meisten schon ausgetrunken“, sagt er. Steinberg erklärt, im Hofbräuzelt habe man früher strenger durchgegriffen, Ex-Trinker aus dem Zelt verbannt – nicht immer die sinnvolle Methode. Denn ein Einschreiten von Sicherheitskräften würde die Stimmung unnötig aufheizen. Verboten ist das „Exen“ im Hofbräuzelt übrigens nicht. In anderen Zelten wird aber deutlich strenger durchgegriffen. joh