Die wirren Fantasien des Messerstechers von Haidhausen haben sich offenbar bereits am Tag vor dem Angriff auf acht Menschen abgezeichnet. Die Polizei vermutet, dass Patrick H. am Freitag eine Frau am Candidplatz geschlagen hat. Ein Messer, so wie er es am Samstagvormittag bei sich hatte, kam bei diesem Vorfall aber vermutlich nicht zum Einsatz.
„Es gibt eine Anzeige zu einem solchen Übergriff“, bestätigt Polizeisprecher Werner Kraus. Jetzt müsse man ermitteln, ob Patrick H., der psychisch kranke Obdachlose, für die Tat infrage kommt.
Auch am Montag bleiben die Beamten bei dem Tatmotiv, dass ihnen H. als Grund für den Angriff auf acht Menschen nannte. Der studierte Chemiker fühlte sich demnach von einer nicht näher benannten Familie verfolgt. Wie berichtet, zog er am Samstagvormittag in seinem Wahn eine Blutspur durch die Au bis nach Haidhausen und Berg am Laim. Um 8.20 Uhr fuchtelte Patrick H. mit seinem Messer zunächst in die Richtung eines Ingenieurs. Der 55-Jährige stürzte und verletzte sich, als er den Hieben ausweichen wollte. Danach schnitt er einem Italiener ins Ohr, schlug einer Frau (44) und einem Bub (12) ohne Vorwarnung ins Gesicht. Ein Elektrotechniker erlitt Stichverletzungen am Hinterkopf, ein Bankkaufmann an der Stirn. Auch ein Controller und ein rumänischer Feuerwehrmann wurden verwundet. Drei Stunden später stellte die Polizei H. schließlich. Johannes Heininger