Zündler vom Hauptbahnhof sind gefasst

von Redaktion

Nach Fahndung stellen sich zwei Italiener

Genau 24 Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder aus der Überwachungskamera ist der Brandanschlag auf einen Obdachlosen (51) im Hauptbahnhof geklärt. Am Samstagmittag stellte sich der erste der beiden Täter freiwillig. Weitere 24 Stunden später wanderten die beiden Italiener (25 und 29 Jahre) in U-Haft in die JVA Stadelheim. Auf Zeichen von Scham oder Reue warteten Polizei und Ermittlungsrichter bislang allerdings vergeblich.

Der Fall vom 2. November hatte die Münchner empört. Kurz vor 1 Uhr nachts hatten sich die beiden Männer rohe Scherze mit einem hilflosen und schwer betrunkenen Mann (51) erlaubt, der auf dem Bahnsteig im S-Bahnhof Schutz vor Kälte und Dieben gesucht hatte. Er schlief so fest, dass er nicht merkte, wie die beiden Männer ihn zum Ziel ihres Spotts machten, sich dabei feixend fotografierten und schließlich die neben ihm stehende Plastiktüte anzündeten. Als die Flammen einen halben Meter hoch schlugen und die Kleidung des Mannes in Brand zu setzen drohten, flohen die Täter mit der S-Bahn. Passanten retteten den Obdachlosen im letzten Moment.

Am Samstag um 16.15 Uhr stellte sich der 25-jährige Italiener mit den langen Haaren bei der Polizei in Starnberg. Er war schon wegen Drogendelikten aufgefallen und gab den Namen des Mittäters preis. Der Koch (29) hatte die Tüte mit dem Feuerzeug in Brand gesteckt und gilt darum als Haupttäter. Er wurde gegen 22 Uhr am Arbeitsplatz in einer Pizzeria in Neuhausen festgenommen.

Seit Samstagmittag hatte die Polizei bereits eine ganze Reihe von Zeugenhinweisen aus dem weitläufigen Bekanntenkreis der Männer bekommen. Auf die beiden waren 1000 Euro Belohnung ausgesetzt. Mehrere Zeugen kannten die Namen und wussten, dass beide in Starnberg wohnen, sich aber oft am Münchner Hauptbahnhof herumtrieben. Der Koch war zudem schon polizeibekannt wegen Körperverletzung.

Nach ihren Motiven für die bösartige Brandlegung befragt, gaben beide an, nur „aus Jux und Tollerei“ (Polizeiprotokoll) gehandelt zu haben. Gegen die Männer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Dorita Plange

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