Zu wenig Platz für Kita-Neubauten

von Redaktion

von marc kniepkamp

Es erinnert ein wenig an das Rennen vom Hasen und dem Igel. Die Stadt baute die Kinderbetreuung massiv aus, doch trotz aller Bemühungen in den vergangenen Jahren ist der Versorgungsgrad mit Betreuungsplätzen konstant geblieben. Jetzt kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Es wird für die Stadt immer schwieriger, geeignete Standorte für neue Kitas zu finden.

Im Jahr 2009 hatte die Stadt eine „Ausbauoffensive Kindertagesstätten“ auf den Weg gebracht. „Während in den ersten Jahren eine große Zahl an geeigneten Standorten geprüft werden konnte, verbleiben nunmehr Standorte mit besonderen Problemlagen“, heißt es in einer Vorlage der Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD) für den Bildungsausschuss des Stadtrates. Sprich: Der Flächenmangel in der Stadt macht mittlerweile auch beim Kitabau Probleme.

Aktuell arbeitet die Verwaltung an insgesamt 36 Standorten, einige davon sind bereits in Betrieb gegangen, die meisten befinden sich aber noch im Bau. Die Kosten dafür belaufen sich auf 179 Millionen Euro – dafür werden insgesamt 3490 Betreuungsplätze geschaffen. Grob gerechnet kostet jeder neue Platz in einem Kindergarten 20 000 Euro, in einem Hort 25 000 Euro und in einer Krippe 38 000 Euro. Allein die Fortschreibung des Bauprogramms im Jahr 2017 kostet 26,3 Millionen Euro – dafür entstehen an fünf Standorten 544 Betreuungsplätze.

Da gleichzeitig immer mehr Kinder geboren werden und außerdem Familien nach München ziehen, ändert sich recht wenig an der Betreuungsquote. Derzeit steht für 45 Prozent der Kinder im Krippenalter ein Platz zur Verfügung. Rechnet man die Unter-Einjährigen raus, die nur in ganz seltenen Fällen betreut werden müssen, kommt man auf eine Quote von 64 Prozent für die ein- bis dreijährigen Kinder. Im Kindergartenbereich (Drei- bis Sechsjährige) liegt die Versorgungsquote immerhin bei 92 Prozent. In der Hortbetreuung von Schulkindern liegt die Quote dann wieder bei 78 Prozent. Die Stadt strebt folgende Quoten an: 60 Prozent im Krippenalter, 90 Prozent für Kindergartenkinder und 80 Prozent bei der Hortbetreuung.

Ein weiterer Hemmschuh beim Ausbau: Neben den ausreichenden Flächen fehlen auch die dringend benötigten Erzieher. Allein in den städtischen Einrichtungen geht es um etwa 150 Stellen, allerdings sind die meisten Kitas in der Hand freier Träger. Daher dürfte die Zahl bei insgesamt rund 500 fehlenden Erziehern in der gesamten Stadt liegen.

Trotz all dieser Probleme will, ja muss die Stadt weiter bauen. Fünf neue Standorte sind im Bauprogramm 2017 dazugekommen. Das Ziel für diese Projekte ist eine Fertigstellung bis 2020. Auch im kommenden Jahr sollen wieder sechs neue Standorte in das Bauprogramm aufgenommen werden (Josef-Knogler-Straße, Lochhausener-/ Osterangerstraße, Ursberger Straße 10, Am Krautgarten, Böcksteiner Straße 31, Kreuzerweg). Zwar liegt für diese Projekte noch kein Baurecht vor, die Stadt hofft aber, zügig mit den Vorplanungen beginnen zu können.

Letztlich werden aber „alle bis heute bekannten und aktivierbaren Flächenreserven nicht reichen“, um die Ausbauziele zu erfüllen, heißt es in der Vorlage von Bildungsreferentin Zurek. Deshalb werde jetzt auch bei der Sanierung von Schulen und bestehenden Kitas geprüft, ob die Einrichtungen nicht erweitert werden können. Und auch, ob sich ein Abbruch und ein Wiederaufbau mit mehreren Gruppen lohnen könnte.

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