Schon wieder hat sich in München ein Unfall mit einem Bus-Zug ereignet. Am Freitag geriet ein 13-Jähriger in der Fasanerie mit seinem Bein in die Tür eines Bus-Anhängers und wurde eingeklemmt. Der Schüler wurde etwa 50 Meter weit mitgeschleift und wie durch ein Wunder nur leicht verletzt. Erst am Donnerstag war wie berichtet der 51-jährige Obdachlose Uwe W. am Rotkreuzplatz unter den Anhänger eines Busses der Linie 53 geraten und gestorben.
Der 13-Jährige verließ gegen 13.40 Uhr an der Haltestelle Franz-Sperr-Weg kurz den MVG-Bus der Linie 60. Er wollte Platz machen für andere Fahrgäste, die aussteigen wollten. Als der Schüler an der hinteren Tür des Anhängers wieder einsteigen wollte, schloss sich die Tür. Der Bub stand noch außerhalb, nur sein rechtes Bein wurde in der Tür eingequetscht.
Davon bemerkte der Busfahrer (59) nichts und fuhr los. Der Schüler, der sein Bein nicht mehr befreien konnte, stürzte und wurde neben dem Bus hergeschleift. Fahrgäste erkannten das Unglück, drückten sofort den Notrufknopf und versuchten, mit Gewalt die Tür aufzudrücken, um das Bein des Buben zu befreien. Dabei zersplitterte das Sicherheitsglas. Der Schüler konnte schließlich sein Bein befreien und blieb auf der Fahrbahn liegen. Er schleppte sich zu einem Grünstreifen.
Der Bus-Zug wurde sichergestellt und wird nun untersucht. Laut MVG-Sprecher Matthias Korte kann ein technischer Defekt nicht ausgeschlossen werden. Ebenso bestehe die Möglichkeit, dass der Schüler so unglücklich in den Spalt unter den Türflügeln geraten sei, dass die Technik dies nicht registrierte. Korte: „Es muss nun geklärt werden, wie es zu dem schrecklichen Unfall kommen konnte.“ Der Busfahrer musste psychologisch betreut werden. stefanie wegele