Ein rundum gelungenes Jahr – so das Ergebnis der Tierparkleitung Hellabrunn für 2017. Und es verändert sich ständig etwas im Münchner Tierreich an der Isar: Das Mühlendorf wird derzeit gebaut, langfristig sollen die Löwen in das Gehege der leider verstorbenen Bärin ziehen – und: Eisbären-Mädchen Quintana wächst und gedeiht. Das zieht Besucher an: Die Anzahl der Dauerkarten stieg um 17,3 Prozent auf 61 934. Weitere Fakten:
Panda-Nachwuchs
Die Roten Pandabären Miu und Justin sind jetzt Mama und Papa. Das war die letzte und schönste Nachricht des Tages, als Tierparkchef Rasem Baban sowie Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin Christine Strobl am Mittwoch das Jahr 2017 bilanzierten. „Am Sonntagmorgen haben die Mitarbeiter die sensationelle Entdeckung gemacht“, sagte Strobl. Offizielle Bilder des roten Panda-Babys gibt es noch nicht. Mama Miu umarmt den Nachwuchs so innig, dass man ihn kaum sieht. Seit elf Jahren ist es das erste Panda-Baby im Münchner Zoo. „Das ist eine Bestätigung für uns“, sagt Baban, „nur wenn sich Tiere wohlfühlen, pflanzen sie sich fort.“ Im März 2017 zog Justin bei Miu ein – das muss Liebe sein.
Doch bevor Besucherströme wegen des Mini-Pandas den Tierpark fluten: Man darf und kann ihn bis September nicht sehen. Bis dahin muss er erst mal überleben. Die Sterblichkeitsrate ist laut eines Tierpark-Sprechers in den ersten Wochen leider relativ hoch bei den sensiblen Tieren.
Kein Elefanten-Herpes
Aus Hamburg Hagenbeck kam in den vergangenen Wochen die Nachricht, dass sich dort die seltene Elefanten-Krankheit EEHV 1 ausbreitet und bereits zum Tod von zwei Jungtieren geführt hat. EEHV 1 wird umgangssprachlich „Elefanten-Herpes“ genannt. Und es gibt eine Verbindung nach München: Der Hellabrunner Elefanten-Bulle Gajendra lebte bis vor etwa anderthalb Jahren in Hagenbeck. Er war dorthin ausgeliehen. Also stellte sich die Frage, ob auch Gajendra mit der tödlichen Krankheit infiziert sein könnte. Doch: „Wir sind bei dem Thema entspannt“, beruhigte Baban. „Über die Krankheit gibt es wenige Erkenntnisse. Doch eines ist sicher: Sie bricht bei Elefanten, die älter als zehn Jahre sind, nicht aus. Und unsere Elefanten sind alle deutlich älter. Wir stehen nach wie vor in Kontakt mit Hagenbeck.“
Gajendra freut sich also inmitten von Münchner Elefantendamen bester Gesundheit. Nach seiner Rückkehr erforschte der freche Bulle das neue Elefantenhaus fast wie ein Ingenieur. Er bemerkte die neue Wandheizung. Das machte ihn neugierig. Also legte er mit seinen Stoßzähnen die Wand frei, bis er bei den Rohren der Heizung war. Danach mussten Handwerker die Wand reparieren.
Besucher-Rekord
2017 war das besucherstärkste Jahr in der Geschichte Hellabrunns. Insgesamt fast 2,5 Millionen Menschen wollten die etwa 733 Tierarten Hellabrunns sehen. Etwa 19 000 Tiere verzeichnet der Zoo derzeit – inklusive Insekten. Im Schnitt macht das etwa 6850 Besucher pro Tag. Im Jahr 2016 verzeichnete Hellabrunn 2,2 Millionen Besucher.
Parkhaus
Christine Strobl senkte den Blick Richtung Tisch, als sich ein Journalist nach dem Parkhaus-Projekt erkundigte. „Ich wusste, dass die Frage kommt“, sagte sie leise, „derzeit wird ein Gutachten erstellt, das ein theoretisches, multimodales Verkehrskonzept für den Tierpark ermitteln soll“, sagte Strobl. Erst danach könne man sagen, wann und an welcher Stelle ein Parkhaus sinnvoll sein könne. Dabei seien auch Flora und Fauna entscheidend. Die Natur dürfe nicht darunter leiden. „Wir hätten aber nach wie vor gerne ein Parkhaus. Die meisten Besucher aus dem Umland kommen schließlich mit dem eigenen Auto“, sagte Strobl.