160 Bäume mussten am Klinikum Neuperlach vor fünf Jahren gefällt werden, damit das Akutkrankenhaus seinen Hubschrauber-Landeplatz behalten kann. Bürger und Stadtteilpolitiker wollen, dass endlich Ersatz gepflanzt wird.
„Der Vorgang ist ein öffentliches Bürger-Ärgernis“, findet Siegfried Mössner. Der Perlacher hat sich beim Luftamt Südbayern der Regierung von Oberbayern darüber beschwert, dass man am städtischen Krankenhaus in Neuperlach immer noch keine Nachpflanzungen für die Baumfällungen aus dem Jahr 2013 sieht. „Eine Nachpflanzung mit Niederwuchs wird ignoriert bzw. verweigert“, vermutet Mössner. Unterstützung kommt vom Bezirksausschuss. „Dass das Krankenhaus Neuperlach noch immer nicht nachgepflanzt hat, ist ein Ärgernis“, sagt Andrea del Bondio (SPD).
Die Klinikleitung hatte den Stadtteilpolitikern im Dezember 2016 öffentlich versprochen, entlang des Karl-Marx-Rings für die Fällungen auf dem eigenen Grundstück und auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite Ersatz zu schaffen. Die Bäume mussten damals weg, nachdem die Flugaufsicht festgestellt hatte, dass sie die An- und Abflugschneisen beim Hubschrauber-Landeplatz des Klinikums behindern. Bislang habe man auf dem Klinikgelände lediglich einige Obstbäume angepflanzt, räumt der Sprecher der städtischen Klinikum München GmbH, Raphael Diecke, ein. „Aber wir wollen noch so viele Ersatzpflanzungen wie möglich machen.“ Allerdings will man nun erst mal auf dem Gelände das neue Zentrallabor für die städtischen Kliniken bauen. Es soll direkt neben dem Hubschrauber-Landeplatz entstehen. Dafür wird in Kürze die Flächenplanung finalisiert. „Dann können wir auch sagen, ab wann wohin wie viel kommt.“ Davor mache es keinen Sinn, Bäume und Büsche in großem Maß nachzupflanzen, die eventuell den Bauarbeiten im Weg stünden. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn die jungen Bäume dann wieder rausmüssten.“
Für die Nachpflanzungen stehe das Klinikum in enger Abstimmung mit der Luftfahrtbehörde, so Diecke. Abflugwege oder neue Auflagen müssten berücksichtigt werden. Das Luftamt hat dem Bezirksausschuss gerade mitgeteilt, dass man nichts gegen Nachpflanzungen habe. Solange die Hindernisfreiheit gewährleistet sei. Der Raum unterhalb des Abflugwinkels von 4,5 Prozent sei von Lufthindernissen freizuhalten. So darf ein 100 Meter vom Landeplatz entfernt stehender Baum maximal 4,50 Meter hoch sein. Am Neuperlacher Klinikum gibt es jährlich im Schnitt 50 Flugbewegungen.