Protest gegen AFD-Auftritt

2000 Menschen lärmen gegen von Storch

von Redaktion

AfD-Parteivize Beatrix von Storch wurde bei ihrem Münchner Wahlkampftermin ein lautstarker Empfang bereitet. Schon bevor die 47-Jährige am Samstag das Podium auf dem Marienplatz betreten hatte, ertönte ohrenbetäubender Krach aus Hunderten Trillerpfeifen. Um die 2000 Münchner hatten sich im Internet verabredet: Sie wollten verhindern, dass die Frontfrau der rechtspopulistischen Partei in der Stadt Gehör findet.

Rund 120 Teilnehmer hatte die Kundgebung selbst. 130 Polizisten waren abgestellt. Die Beamten konnten zwar die Tomaten nicht abfangen, die auf die Rednerin geworfen wurden, aber das Gemüse verfehlte sein Ziel ohnehin. „Irre Stimmung am Marienplatz“, twittert die als Herzogin geborene Storch, und fügt hinzu: „Aber ehrlich, Freunde der Kunst, glaubt Ihr ernsthaft, uns mit Geschrei und faulen Tomaten stoppen zu können?“ In die Menge ruft sie: „Euer Verhalten macht uns stark!“ Keine Sekunde während ihrer 25-minütigen Rede schwillt die Phonstärke ab. „Nazis raus!“, „Halt den Schnabel“, „Na, auch die Beatricks durchschaut?“ – die Parolen, die auf den Schildern und Transparenten zu lesen sind, werden Storch auch entgegengeschrien.

Heiliggeist-Pfarrer Rainer Schießler gelingt es zu seinem Bedauern nicht, die Glocken der Kirche wirklich per Fernbedienung zu starten, „wenn es losgeht“, wie er es einem Reporter angekündigt hatte.

Auch etliche Stadträte waren bei der Demo vor ihrem Rathaus dabei. CSU-Mann Marian Offman meinte beim Milbertshofener AfD-Landtagskandidaten Thomas Hastreiter den Hitlergruß erkannt zu haben. „Aber natürlich wissen die, wie man das im Zweifelsfall als harmloses Winken rechtfertigt“, so Offman. AfD-Kreisvorsitzender Michael Groß hatte angekündigt, die Kundgebung seiner Partei werde „während der Dauer und in unmittelbarer Nähe zum Corso Leopold stattfinden“. Bei dieser Veranstaltung war die AfD auch heuer unerwünscht. Auf dem Marienplatz hielt sie es dann doch nicht so lange aus wie geplant. Und: Weder in Schliersee, wo von Storch am Samstagabend sprach, noch am Sonntag, als sie in Dachau Station machte, war der Empfang weniger bunt. „Bella Ciao“ dröhnte es in Dachau aus den Lautsprechern, Trommelwirbel ertönten und SPD-Oberbürgermeister Florian Hartmann prangerte die „Hasspropaganda“ der AfD an. Ein ganz besonderer Appell der Demonstranten dort: „Nicht vergessen: Dachau und Auschwitz!“ Barbara Wimmer

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