Explosion in der Allianz Arena: Rotes Kreuz übt für den Ernstfall

von Redaktion

Bei einem Risikospiel in der Allianz Arena zünden gegnerische Fans in ihrem Fanblock selbst gebaute Pyrotechnik. Es kommt zu einer heftigen Explosion. Fans geraten in Panik, 48 werden teils lebensgefährlich verletzt. Das Szenario ist erfunden, die Explosion nur simuliert – für das Münchner Rote Kreuz, das am Samstag mit 180 ehrenamtlichen Einsatzkräften für den Ernstfall probte. „Uns war wichtig, unsere Einsatzkonzepte für die Allianz Arena möglichst realitätsnah zu überprüfen und zudem auch die Nahtstelle zwischen dem Sanitätsdienst im Stadion und externen Rettungsdiensten zu verbessern“, sagte Jürgen Terstappen, Kreisbereitschaftsleiter des Münchner Roten Kreuzes.

Die Helfer verschafften sich zunächst einen Überblick, wer wie schwer verletzt ist und wer am schnellsten Hilfe braucht. Sie retteten die – täuschend echt geschminkten – Verletzten schonend aus dem Oberrang der Arena und bildeten vor dem Fanblock eine Patientenablage. Dort versorgten sie die Verletzten, bis weitere Helfer eintrafen.

Parallel kümmerten sich die Schnelleinsatzgruppen Betreuung und Psychosoziale Notfallversorgung um die unverletzten Betroffenen. „Bei so einem Ereignis sind vor allem auch Patienten mit stumpfen Traumata durch die Massenpanik zu erwarten“, erklärte Dr. Philipp Groha, stellvertretender Chefarzt des Münchner Roten Kreuzes und bei der Übung Leitender Notarzt.

„Insgesamt haben die Abläufe gut funktioniert, die Helfer haben das toll und professionell gemacht“, zog Julian Kerth, stellvertretender Vorsitzender und Katastrophenschutzbeauftragter des Münchner Roten Kreuzes, Bilanz. An einigen Stellen habe man aber Verbesserungsbedarf erkannt, etwa bei der klaren Kennzeichnung von Funktions- und Führungskräften im Stadion. „Da werden wir nachbessern.“ Caroline Wörmann

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