Bauvorhaben in Hadern

Bezirksausschuss-Chef weiter in der Kritik

von Redaktion

Das Bauvorhaben Stiftsbogen 152-166 in Hadern beschäftigt nach wie vor Politik und Bevölkerung. Das Verhalten des Bezirksausschuss-Vorsitzenden Johann Stadler und seines Sohnes Matthias Stadler (beide CSU, wir berichteten) sorgte auch in der BA-Sitzung am Montag wieder für hörbares Rumoren.

Im Gegensatz zu seinem Sohn, der über seine Mitteilungspflicht vom Direktorium schriftlich informiert worden war, hatte der BA-Vorsitzende in der August-Sitzung für seine Person bekannt gegeben, „die Prüfung durch das Direktorium der Landeshauptstadt hat keinerlei Beanstandungen ergeben“. Renate Unterberg, Fraktionssprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen hatte daraufhin Einsicht in das Antwortschreiben des Direktoriums verlangt und jetzt prompt einen Fehler gefunden: In seinem Schreiben habe das Direktorium das Ergebnis falsch zusammengefasst.

Man widerspreche sich selber, argumentierte Renate Unterberg. Johann Stadler habe sich – entgegen der rechtlichen Würdigung des Direktoriums – trotz Befangenheit doch einmal an einer Abstimmung beteiligt. Am 12. September 2016 hat er im Zuge einer Blockabstimmung über diverse Baumfällungen auch über die Fällanträge im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Stiftsbogen 152-166 abgestimmt. Auch wenn Irmgard Hofmann (SPD) anmerkte, „das macht im Ergebnis aber keinen Unterschied“, unterstützten die Mitglieder des Bezirksausschusses den Antrag auf Richtigstellung einstimmig.

Und auch das Bauvorhaben selbst sorgt weiter für Ärger. Wiederum waren viele Anwohner in die BA-Sitzung gekommen, um ihre Sorgen und Bedenken vorzutragen. Was die Bürger am Stiftsbogen weiterhin umtreibt, ist vor allem die Frage, ob es auch nach Beendigung der Bauarbeiten noch einen öffentlichen Kinderspielplatz geben wird. Bislang ist offenbar nur ein Spielplatz für die Kindertagesstätte geplant. Die Pläne, welche nun dem Stadtteilgremium vorgelegt wurden, sehen dafür ein 600 Quadratmeter großes Areal hinter dem Haus vor. Die Anwohner befürchten, dass der öffentliche Spielplatz vom Bauträger einfach „vergessen“ wird, aber auch dass der Kita-Spielplatz eine Fehlplanung sein könnte.

Der BA zweifelte ebenfalls am Sinn der Pläne. Irmgard Hofmanns (SPD) Antrag, das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) solle klären, wie es mit den Lärmemissionen stehe, wenn der Kita-Spielplatz im quasi geschlossenen Innenhof platziert sei, wurde einstimmig verabschiedet. Ebenfalls geklärt werden soll durch das RGU, ob die Abluftschächte der Tiefgarage, wie geplant, direkt neben dem Spielplatz der Kita liegen dürfen. Isabella Fiorentino (SPD) beantragte abschließend, klären zu lassen, ob denn jetzt ein öffentlicher Kinderspielplatz geplant sei. Auch diesem Antrag schloss sich das gesamte Gremium an. Margot Deny

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