Stadtsparkasse erhöht gebühren

Das Konto wird wieder teurer

von Redaktion

VON Marc Kniekamp

„Wir orientieren uns bei dieser moderaten Erhöhung an der Steigerung des allgemeinen Preisniveaus der letzten Jahre“, sagt Sparkassen-Sprecher Joachim Fröhler. Die Preise steigen quer durch ihr Portfolio – alle drei Konto-Modelle sind betroffen. So kostet der Grundpreis für ein Girokonto Individual dann 3,05 Euro/Monat (derzeit 2,95 Euro), der Grundpreis für das Girokonto Online 5,10 Euro (derzeit 4,95 Euro) bei einem monatlichen Geldeingang unter 1750 Euro/Monat. Wenn monatlich mehr Geld auf dem Online-Konto landet, ist das Konto kostenfrei. Das Girokonto Komfort – bei dem alle Dienstleistungen inklusive sind – kostet dann 8,20 Euro (derzeit 7,95 Euro).

Die Sparkasse hatte mit ihrer letzten Erhöhung vor zwei Jahren für Ärger unter den Kunden gesorgt. Damals hatte das Institut seine drei Konto-Modelle eingeführt – und die Preise teils drastisch angehoben. Das Standardkonto, bei dem praktisch alle Leistungen inklusive waren, kostete damals 4,95 Euro. Das Neue Konto-Modell Komfort mit ähnlichem Leistungsumfang kostete dann 7,95 Euro. „Wir hatten damals zuvor 13 Jahre lang die Preise stabil gehalten. Dann kam es zu diesem großen Sprung“, sagt Fröhler. Damit es nicht irgendwann wieder zu einer solch drastischen Erhöhung kommt, habe sich das Institut jetzt für eine moderate Anhebung nach bereits zwei Jahren entschieden.

Die anhaltende Niedrigzinsphase zwingt die Banken dazu, immer enger zu kalkulieren. „Die EZB verlangt weiterhin Negativzinsen, dadurch entgehen uns natürlich Einnahmen“, erklärt Fröhler. „Deshalb müssen wir die Kosten im Zahlungsverkehr kritisch unter die Lupe nehmen.“ Auch die Personalkosten würden weiter steigen. Nicht nur die Grundpreise steigen, sondern auch die Gebühren für weitere Dienstleistungen. Die Höhe hängt davon ab, welches Konto-Modell der Kunde wählt. Bei der Kontovariante Individual etwa werden alle in Anspruch genommenen Leistungen einzeln berechnet. Ein Beispiel: Wer eine Überweisung am Service-Terminal tätigt, musste dafür bisher eine Gebühr von 30 Cent zahlen – künftig steigt der Preis auf 31 Cent. Auch die SparkassenCard wird teurer: Sie kostete bisher 7,50 Euro im Jahr, künftig werden 7,75 Euro fällig.

Nicht nur die Nutzung der Schalter, sondern auch die der Service-Terminals sind bei der Sparkasse gebührenpflichtig. Für viele Kunden ein Ärgernis. Fröhler wirbt um Verständnis: „Die Geräte kosten auch Geld. Die Infrastruktur muss bezahlt werden.“ Letztlich müsse sich jeder Kunde das für ihn günstigste Konto-Modell heraussuchen. Derzeit würden sich die Kunden recht gleichmäßig auf die drei angebotenen Varianten verteilen. Besonders teuer ist die Nutzung des Service in der Filiale für Kunden, die das Girokonto-Modell Online gewählt haben. Sie zahlen künftig 2,60 Euro für eine Überweisung am Service-Terminal, derzeit sind es 2,50 Euro. „Das Modell ist für die reine Online-Nutzung gedacht“, so Fröhler.

Einen Systemwechsel vollzieht die Sparkasse bei der Ausgabe von Münzrollen. Bisher galt ein pauschaler Preis von 4,50 Euro am Schalter oder einem Euro am Automaten. „Wir berechnen die Kosten jetzt konsequent nach Aufwand“, kündigt Fröhler an. Künftig müssen die Kunden – meist Geschäftsinhaber oder Vereine – pro Rolle zahlen. Ein-Cent-Rollen kosten dann zehn Cent, Zwei-Cent-Rollen 25 Cent, alle anderen Rolle schlagen mit 50 Cent zu Buche. „Das Münzgeschäft ist extrem kosten- und arbeitsintensiv“, so Fröhler.

Nicht erhöht werden die ermäßigten Preise für Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen bis 1500 Euro im Monat oder Besitzer des München-Passes. Sie können bei der Stadtsparkasse für das Girokonto Komfort eine Ermäßigung von drei Euro auf den regulären Preis von 7,95 Euro beantragen – der Preis von 4,95 Euro bleibt auch im kommenden Jahr unverändert.

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