Sir Norman Foster

Star-Architekt plant neue Fußgängerzone

von Redaktion

Von Sascha Karowski

Den Sattlerplatz gibt es streng genommen gar nicht mehr. Jüngst wurde er umbenannt und trägt seitdem den Namen von Alt-OB Georg Kronawitter. Doch das ist noch nicht alles, was neu ist. Nach Informationen unserer Zeitung wird das Büro des britischen Architekten Sir Norman Foster jetzt den Masterplan für den Umgriff der neuen Fußgängerzone rund um den ehemaligen Sattlerplatz entwerfen. Außerdem wird der verkehrberuhigte Bereich bis zum Rindermarkt ausgedehnt.

Die Sattlerstraße ist eine kleine Stichstraße zwischen dem Färbergraben und der Fürstenfelder Straße. Und sie ist nicht gerade ein Schmuckstück im Stadtbild. Dort befindet sich die Einfahrt zum Hirmer-Parkhaus, das, wie berichtet, abgerissen werden soll. In diesem Zuge soll der Platz im Herzen der Münchner Altstadt ein neues Gesicht erhalten. SPD, CSU und FDP hatten vor einer Weile in einem interfraktionellen Antrag die Erweiterung der Fußgängerzone gefordert. Der Projektentwickler, die Immobiliengesellschaft Inka Holding, die zum Bier-Imperium Inselkammer gehört, war sofort von der Idee begeistert. „Wir stehen auch dahinter“, sagte Nicole Inselkammer im Dezember bei einer Sitzung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel.

Durch die neue Fußgängerzone und eine geänderte Verkehrsführung soll das Hackenviertel verkehrsberuhigt werden. Eine Vielzahl von Gutachten hatte zuletzt ergeben, dass durch die neue Verkehrsführung der Verkehr im Hackenviertel um rund ein Drittel abnehmen würde. Die Investoren sprechen von bis zu 3000 Fahrzeugen täglich weniger, die durch das Viertel pendeln. Gleichsam soll der Anliefer- und Besucherverkehr für alle Anlieger bestehen bleiben.

Durch den neuen Platz würden Sendlinger Straße und Hofstatt direkt an die Altstadt-Fußgängerzone angebunden. Nach dem Abriss soll unter dem Hirmer-Parkhaus und unter dem Georg-Kronawitter-Platz eine neue mehrgeschossige öffentliche Tiefgaragenanlage entstehen. Ferner war zu erfahren, dass der Abriss des alten Hirmer Parkhauses nicht vor 2020 erfolgen wird. Bis dahin muss der Stadtrat die neue Planung genehmigen. In jedem Fall sollen Abriss und Neubau so koordiniert werden, dass die Bauzeit möglichst kurz ausfällt, um die Beeinträchtigungen für Anwohner, Firmen und Passanten so gering wie möglich zu halten.

Das Büro des britischen Architekten Foster hat nun den Auftrag erhalten zu untersuchen, wie die städtebauliche Struktur in diesem Umgriff künftig ausschauen könnte. Geplant ist ferner, dass der Rindermarkt auf seiner nördlichen Seite zu einer verkehrsberuhigten Zone wird.

Foster ist eine Institution, er hat unter anderem die Fußball-Arenen Camp Nou in Barcelona und das neue Wembley-Stadion entworfen, die Londoner City Hall, die Millennium Bridge und die Kuppel auf dem Berliner Reichstagsgebäude. Dafür erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern. Auch in München hat der Architekt Spuren hinterlassen – bei der Generalsanierung und der Erweiterung des Lenbachhauses etwa. Der 83-Jährige ist Träger zahlreicher Preise. 1990 wurde er zudem von Königin Elizabeth II. als Ritter in den Adelsstand erhoben.

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