Jennifer Lessmann und Bernhard Irrgang stehen auf dem Dach der Welt, beziehungsweise auf ihrem Balkon im fünften Stock. Hinter ihnen öffnet sich das lichtdurchflutete Wohnzimmer ihrer neuen Wohnung. Der Risikocontroller und seine Freundin wollen sich vergrößern, auf 140 Quadratmetern scheint das jetzt kein Problem mehr. „Ich arbeite seit acht Jahren bei den Stadtwerken München, wohnte zuvor schon in einer Werkswohnung und habe jetzt etwas Größeres für uns gesucht“, sagt Irrgang. Wie gerufen kam da die Zusage für eine der 19 Wohnungen an der Kuglerstraße.
Acht dieser Traumimmobilien sind nach dem „Münchner Modell“ gebaut, erläutert Werner Albrecht, „ihr Mietpreis entspricht etwa dem von Sozialwohnungen. Der Preis der übrigen Wohnungen orientiert sich an der unteren Grenze des Münchner Mietspiegels, das sind ungefähr zwölf Euro pro Quadratmeter“. Das sei für einen Neubau höchst ungewöhnlich, ergänzt Albrecht. Dann für Neubauwohnungen gelte der Mietspiegel eigentlich nicht.
Für eine Werkswohnung kann sich jeder bewerben, der bei den Stadtwerken arbeitet. Wie etwa der Straßenbahnfahrer Thomas Trager und seine Frau Tanja. „Wir waren gerade mal ein halbes Jahr im Bewerbungspool“, erzählen sie. „Jetzt freuen wir uns, dass wir mit unseren beiden Katzen hier einziehen können.“ Es komme im Endeffekt nicht darauf an, wie lange jemand bei der SWM arbeite, sondern wie nötig er eine Wohnung braucht, sagt Albrecht. „Wer zum Beispiel verheiratet ist und Kinder hat oder eine Familie gründen will, hat höhere Chancen.“ Die Dringlichkeit sei dabei immer zu beachten. Wie etwa bei Madlen und Matthias Hanusch. „Wir suchen seit 2013 eine Werkswohnung. Jetzt haben wir geheiratet und einen einjährigen Sohn“, berichtet das Paar. „Zunächst wurde uns abgesagt und dann plötzlich, zwei Monate vor der Fertigstellung, erhielten wir einen Anruf. Jemand sei abgesprungen und wir könnten einziehen. Wir waren überglücklich.“
Mit der Schlüsselübergabe endet an der Kuglerstraße ein knapp vierjähriges Bauprojekt . „2016 haben SWM-Mitarbeiter bereits das benachbarte Haus bezogen, nun ist mit dem zweiten Bauabschnitt in der Kuglerstraße 5 eine schöne Anlage mit ruhigem Innenhof entstanden“, sagt Projektleiter Alexander Steger. Die Stadtwerke haben bereits 500 Werkswohnungen im Bestand, bis 2022 sollen weitere 550 dazukommen. „Dadurch wollen wir uns als Arbeitgeber attraktiv machen und die Mitarbeiter motivieren“, sagt Albrecht. Er selbst erwartet von den Mietern nur eines: Eine Einladung zum ersten Grillfest im Innenhof.