Kein Geld für Tante-Emma-Läden

von Redaktion

Ansiedlung von Lebensmittelmärkten in unterversorgten Lagen bleibt unsubventioniert

Die Stadt hält an ihrem Kurs fest, die Ansiedlung von Lebensmittelmärkten in unterversorgten Lagen nicht zu subventionieren. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft bleibt gleichwohl angehalten, nach Lösungen zu suchen, die Situation zu verbessern. Dem hat gestern der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft zugestimmt.

München ist im Grunde gut versorgt mit Lebensmittelmärkten, allein nicht alle Gebiete sind gleich gut erschlossen. Die Verwaltung schreibt, dass es in einigen peripheren Lagen oder in Bereichen mit geringer baulicher Dichte vorkommen kann, dass nicht alle Bürger im Umkreis von 600 Metern eine Einkaufsmöglichkeit gut erreichen können. In diesen Bereichen stünden gleichwohl der Bevölkerung in nahezu allen Fällen die öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung.

Die Grünen hätten es gern gesehen, wenn die Verwaltung ein entsprechendes Konzept ausarbeitet, um eben diese Lücken zu schließen. Einem ähnlichen Ansinnen hatte der Stadtrat im November eine Abfuhr erteilt, damals hatte die Bayernpartei eine Anschubfinanzierung für Tante-Emma-Läden beantragt. Die Problematik gleichwohl bleibt vergleichbar. Die Stadt wird Unternehmen keine finanziellen Anreize schaffen, um sich irgendwo anzusiedeln. Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) schloss „eine flächendeckende Subventionierung“ für den Lebensmittelhandel aus. „Dann kommen nämlich als Nächstes die Handwerker und fragen, warum kriegen wir das nicht auch.“

Die Stadt hatte vor Jahren die Finanzierung eines Marktes übernommen, das war der Bonus-Markt in Johanneskirchen. Dort hatte zuvor eine Netto-Filiale geschlossen, der Bezirksausschuss Bogenhausen hatte die Stadt um Hilfe gebeten. Die Zustimmung des Stadtrates erfolgte aus genannten Gründen nur widerwillig, allerdings auch vor dem Hintergrund, dass in dem Markt Langzeitarbeitslose beschäftigt werden sollen.

Die Krux bei der Lebensmittelversorgung sei, dass sich Supermärkte immer nur dort niederließen, wo bereits andere Supermärkte angesiedelt seien. „Das sieht man in Allach“, sagte Schmid. „Da sind vier Märkte an der Bahnlinie, aber westlich der Würm will niemand hin.“ OB Dieter Reiter (SPD) sah ebenfalls das grundsätzliche Problem. „Wir hätten das gern geregelt, aber das geht nun mal nicht mit einem Fingerschnippen.“

Sascha Karowski

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