Zündapp-Gelände: Mehr Büros, weniger Wohnungen

von Redaktion

Der Stadtrat hatte schon grünes Licht gegeben, doch es gab baurechtliche Hürden: Wohn- und Gewerbequartier musste umgeplant werden

Das Projekt war schon fast in trockenen Tüchern – aber jetzt wurde umgeplant: Auf dem Gelände der ehemaligen Zündapp-Werke an der Anzinger Straße 23-29 sollen doch nur rund 350 Wohnungen entstehen. Geplant waren ursprünglich 550.

Im März 2017 hatte der Planungsausschuss des Stadtrats den „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ zur Realisierung eines Wohn- und Gewerbequartiers mit Café, Restaurant und Kita auf dem 2,3 Hektar großen Areal nahe dem Ostbahnhof gebilligt. Der Eigentümer war damals die Hamburger Quantum Immobilien AG. Ende 2017 verkaufte Quantum das Areal an den Kölner Projektentwickler Pandion. Der Satzungsbeschluss wurde nie gefasst. Stattdessen zwangen Entwicklungen im Werksviertel zur Umplanung: „Während des Verfahrens hat sich gezeigt, dass die ursprüngliche Anzahl von 550 Wohnungen aufgrund der Lage mit dem angrenzenden Gewerbegebiet baurechtlich nicht umzusetzen ist“, sagt Ingo Trömer vom Planungsreferat.

Und so sieht das Vorhaben jetzt aus: An der Anzinger Straße sollen zwei Gebäudeblöcke entstehen. Zwischen beiden zieht sich eine Promenade als fußläufige Verbindung vom Werksviertel zur Anzinger Straße und zum U-Bahnhof Karl-Preis-Platz. Der östliche Block (Hadi Teherani Architects) mit 20-stöckigem Turm dient der Wohnnutzung – ab dem zehnten Stock ist der Turm aber ein Hotel.

Im westlichen Block (Meyer Schmitz-Morkramer Architekten) sind Büros geplant. Die signifikanten Unterschiede zum Vorgänger-Entwurf, der von der Münchner Architekturgesellschaft Ochs Schmidhuber stammt, sind die größeren Gebäudetiefen, ein zehngeschossiger Eckbaukörper an der Anzinger Straße sowie die Integration des Hotelturms in den östlichen Baukörper.

Gestern beriet die Stadtgestaltungskommission über das modifizierte Projekt. Das Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. „Ich bedaure schon, dass weniger Wohnungsbau entsteht. Aber wir können es politisch nicht verhindern“, sagte Kommissionsmitglied und FDP-Stadtrat Michael Mattar gestern Nachmittag zum Münchner Merkur. „Wir müssen jetzt nur darauf achten, dass vom Städtebaulichen her nichts Schlechtes passiert.“

Obwohl die Struktur im Wesentlichen der Spur des Vorgängers folgt, muss das aktuelle Projekt das Bebauungsplanverfahren neu durchlaufen. „Sollte der aktuelle Entwurf positiv bewertet und weiterverfolgt werden, wäre eine erneute Stadtratsbefassung notwendig, bei der ein neuer Billigungsbeschluss gefasst werden müsste“, erklärt Trömer. „Am Ende des Verfahrens wäre schließlich der Satzungsbeschluss zu fassen, der beim ursprünglichen Verfahren noch ausstand.“

Bis südlich des Werksviertels Bagger rollen, kann es also noch dauern.

Daniela Schmitt

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