Holly hat es geschafft

von Redaktion

Das Kätzchen, das beinahe verbrannt wäre, hat eine neue Heimat

Frech und mit großen Augen schaut das kleine Kätzchen in die Kamera. Die Pfoten klammern sich fest an eine Decke. Nicht mehr viel an dem etwa zwei Monate alten getigerten Tierkind erinnert an das armselige Wesen, das Anfang August mit nur 170 Gramm Körpergewicht, angekohlt und mit einer Rauchvergiftung in die Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) eingeliefert wurde (wir berichteten).

Das Kätzchen entging vor wenigen Wochen in Hochbrück (Kreis München) in einem brennenden Holzstapel nur knapp dem Tod. Dank der liebevollen Pflege in der Kleintierklinik hat es das Tier geschafft, es ist endlich über den Berg. „Dem Kätzchen geht es inzwischen sehr gut“, sagt Andrea Meyer-Lindenberg, Leiterin der Chirurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik. Und das Mädchen hat jetzt auch einen Namen: Holly.

Das Kätzchen lebe jetzt bei einem Tierarzt, bestätigte Meyer-Lindenberg – was ziemlich praktisch ist. Denn Holly muss nun auch nicht mehr zur Kontrolle in die Klinik kommen. „Sie war etwa vier Wochen in der Klinik und wog zum Zeitpunkt der Entlassung etwa 600 Gramm“, berichtet Meyer-Lindenberg. „Holly nimmt jetzt eigenständig feste Nahrung auf und trinkt selbstständig.“ Die Wunden seien inzwischen völlig abgeheilt. Nur ein paar Narben sind zurückgeblieben, die noch behandelt werden.

Lange Zeit kämpfte das kleine Wesen ums Überleben. Es war mit seinen beiden Geschwistern in einem Holzstapel gelegen, als ein 57-jähriger Mann eine brennende Zigarettenkippe hineinwarf. Die Geschwister kamen ums Leben. Die Tierrettung brachte das überlebende Kätzchen sofort in die Tierklinik. Dort musste ihm aufgrund der Verbrennungen der Schwanz amputiert werden. Zudem stellten die Ärzte an den Pfoten und der Sitzbeinregion Verbrennungen fest. Sie päppelten Holly mit Milchpulver und Fencheltee auf, dazu gab es viel Liebe und Streicheleinheiten. Meyer-Lindenberg: „Alle Mitarbeiter möchten sich herzlich für die große Anteilnahme vieler Tierfreunde bedanken.“

Der Mann bekam unterdessen nur eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit. Zunächst hatte die Situation darauf hingedeutet, dass er den Holzstapel vorsätzlich angezündet hatte, um die Tiere zu töten. Da ihm nicht nachgewiesen werden kann, ob er von den Katzenwelpen im Holzstapel wusste, ist die Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz vom Tisch.

stefanie wegele

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