• Mythos 1: Von der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit werden nach der Radarmessung noch zehn km/h abgezogen. Stimmt nicht, sagt ADAC-Experte Bernd Emmrich: „In der Regel werden drei km/h als Messtoleranz abgezogen.“ Es komme auch auf das Messgerät an.
• Mythos 2: Ich darf entgegenkommende Autos vor einem Blitzer warnen. Stimmt nicht. Man darf mit der sogenannten Lichthupe nur vor Gefahren warnen. Ein Blitzer stellt an sich keine Gefahr dar.
• Mythos 3: Wer geblitzt wurde, muss als Fahr-Anfänger mit einer längeren Führerschein-Probezeit rechnen.
Stimmt. Ab 21 km/h Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verlängert sich die Probezeit für Führerscheinneulinge auf vier Jahre.
• Mythos 4: Wenn ich nach einer Geschwindigkeitsübertretung ein Fahrverbot bekomme, darf ich ab sofort nicht mehr fahren.
Stimmt nicht. Es gilt eine Vier-Monatsfrist ab Rechtskraft des Bußgeldbescheids. Das bedeutet, man muss das Fahrverbot spätestens vier Monate nach Rechtskraft des Bußgeldbescheids antreten (Führerscheinabgabe).
• Mythos 5: Wenn ich auf dem Blitzer-Foto nicht zu erkennen bin, muss ich nicht zahlen.
Stimmt nicht unbedingt. Behörden oder Gerichte können ein sogenanntes Identitätsgutachten in Auftrag geben. Wird die Identität bestätigt, muss man das Bußgeld und das Gutachten zahlen!
Mythos 6: Apps oder Navis, die Autofahrer vor Blitzern warnen, sind mittlerweile erlaubt.
Stimmt nicht. Nein, die Geräte und Apps werden weiterhin als unzulässige Radarwarngeräte eingestuft.
• Mythos 7: Wenn der Blitzer zu nahe am Verkehrsschild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung stand, muss ich nicht zahlen.
Stimmt nicht ganz. Die Richtlinien für die Verkehrsüberwachung differieren je nach Bundesland. In Bayern etwa gilt, dass bis ca. 200 Meter nach einer Ortstafel ein höherer Toleranzabzug angesetzt oder von Fahrverboten abgesehen wird.
• Mythos 8: Kommunen bauen Blitzer dort auf, wo am meisten Autofahrer reinrauschen, um möglichst viel Geld zu kassieren.
Stimmt nicht, sagt ADAC-Experte Emmrich. Blitzer würden in der Regel dort aufgebaut, wo sich Unfälle häufen, sowie an sensiblen Stellen wie Kindergärten und Schulen.