Beißender Brandgeruch liegt in der Luft, der Boden im dritten Stock eines Mehrparteienhauses an der Säbener Straße ist schwarz – die Folgen eines Infernos. „Der Rauch im Treppenhaus war so dicht, dass man die Hand nicht mehr vor Augen sah“, sagt Christian B. Der 59-Jährige und seine Frau Theresia (80) erlebten am Freitagabend die wohl längsten Minuten ihres Lebens.
Gegen 21.15 Uhr hörten sie plötzlich einen dumpfen Knall. Wenig später sah das Paar vom Balkon aus Rauch im Innenhof aufsteigen. „Auch da habe ich mir noch nichts gedacht“, sagt Christian B. Doch der Rauch wurde immer dichter, quoll in dicken Wolken aus einem Fenster im ersten Stock. „Dann kam die Feuerwehr“, berichtet Theresia B. „Sie hat uns von unten angewiesen, die Fenster zuzumachen.“ Das taten sie – und harrten aus. DieFlucht durch das Treppenhaus war unmöglich: „Es war voller Rauch.“ Bange Minuten des Wartens. Dann stürmte die Feuerwehr in die Wohnung. Im sicheren Griff der Profis wurde das Paar durch die Rauchwand manövriert. „Ohne Masken wären wir erstickt“, sagt Christian B. „Unten wurden wir von Sanitätern durchgecheckt.“
Weitere Bewohner und ein Hund waren von der Feuerwehr über Leitern gerettet worden. Das Paar konnte gegen 0.30 Uhr zurück in seine Wohnung – froh, mit dem Schrecken davongekommen zu sein. „Wir sind der Feuerwehr sehr dankbar. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie nicht so schnell da gewesen wäre“, sagt Theresia B. Laut Feuerwehr wurden sechs Bewohner ins Krankenhaus gebracht. Zehn Wohnungen seien derzeit unbewohnbar. Die Brandursache ist noch unklar. das