Lindwurmstraße: Mehr Platz für Radl

von Redaktion

Die Lindwurmstraße wird von Herbst 2019 an umgebaut. Profitieren sollen Radfahrer und Fußgänger. Dafür werden die Fahrspuren im Bereich zwischen Goetheplatz und Sendlinger Tor verschmälert. Die Kosten betragen vier Millionen Euro. Der Stadtrat befasst sich kommende Woche mit dem Projekt.

VON KLAUS VICK

München will die Weichen in Richtung einer Stärkung des Radverkehrs stellen – zu Ungunsten der Pkw. Das zeigt sich nun auch auf der Lindwurmstraße, einer der Hauptverkehrsstraßen Münchens. 28 000 Autos donnern dort täglich über den Asphalt. Auch für den Radverkehr stellt die Straße eine wichtige Nord-Süd-Verbindung dar. Nur sind die Radwege hier zum Teil nur 1,20 Meter breit. Und auch die Gehwegbreite auf der stadteinwärts gesehen rechten Seite, wo sich viele Läden befinden, ist für das Fußgängeraufkommen zu eng bemessen.

Das soll sich ändern. Von Herbst 2019 an plant die Stadt eine Verbreiterung der Radwege im Abschnitt Goetheplatz bis Sendlinger Tor – auf Kosten von 25 Parkplätzen stadteinwärts. In Fahrtrichtung stadtauswärts sollen hingegen keine Parkplätze geopfert werden. Grund: Viele Bäume der diesen Bereich prägenden Pappelallee müssten ansonsten gefällt werden. Ein früherer Baubeginn als der Herbst 2019 ist nach Auskunft der Stadtverwaltung wegen der Großbaustelle der MVG am Sendlinger-Tor-Platz nicht möglich. Auf der Lindwurmstraße entfällt derzeit eine Linksabbiegespur in Richtung Sonnenstraße.

Die Gesamtbaumaßnahme für die Neugestaltung der Rad- und Gehwege sowie die Verschmälerung der Fahrspuren auf der Lindwurmstraße kostet voraussichtlich vier Millionen Euro. Die Bauzeit beträgt rund acht Monate bis zum Frühjahr 2020. Am 6. November soll das Projekt vom Stadtrat beschlossen werden. In der Beschlussvorlage der Verwaltung heißt es, aufgrund der schmalen Radwege fänden häufig Ausweich- und Überholmanöver auf den Gehwegen statt. Dies sei gefährlich für Fußgänger.

Die Seite entlang des Klinikviertels ist hingegen weniger frequentiert, weshalb hier keine großen Umbaumaßnahmen notwendig sind. Dort ist derzeit lediglich im Abschnitt vom Sendlinger-Tor-Platz bis zur Ziemsenstraße ein Radfahrstreifen vorhanden, mit der regelkonformen Breite von 1,80 Meter. Im weiteren Verlauf soll der Radweg nun zumindest auf das Mindestregelmaß von 1,60 Meter verbreitert werden.

Auf der gegenüberliegenden Seite, wo sich Läden und Gastronomie befinden, sehen die Planungen generell vor, dass die vier Autofahrspuren von derzeit durchschnittlich 3,50 Meter auf drei Meter verschmälert werden – zu Gunsten des Radverkehrs und der Fußgänger. So soll stadteinwärts neben der rechten Spur ein 1,85 Meter breiter Radfahrstreifen entstehen. Bisher gab es jenseits der Bäume und neben dem Gehweg einen 1,54 Meter breiten Radweg. Aufgrund dieser Umplanung lässt sich auch der Gehweg von derzeit gut zwei Metern auf dann 3,63 Meter verbreitern.

Probleme offenbaren sich auch im weiteren Verlauf der Lindwurmstraße. Bei der Bahnunterführung zwischen Impler- und Poccistraße wurde vor einiger Zeit provisorisch ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn abgetrennt. Denn die Stelle ist zu eng für Fußgänger und Radfahrer. Auf Drängen des Bezirksausschusses Ludwigs-/Isarvorstadt stimmte die Bahn zu, die Fahrbahn unter der Brücke für Radler und Fußgänger breiter zu gestalten. Radler fahren nun auf 2,75 Meter Breite, Fußgänger auf rund vier Metern. Weil eine Fahrspur entfällt, bilden sich hier regelmäßig Staus. Diese Lösung soll jedoch bis zur Sanierung der Bahnbrücke (nicht vor 2022), bei der auch ein separater Fuß- und Radweg angelegt wird, beibehalten werden.

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