Taschenräuber springt in die Isar

von Redaktion

Opfer treibt Täter ins kalte Wasser, wo die Polizei ihn erwischt

Unbekannte Heldin auf Rädern: Die Polizei rief am Dienstagvormittag zu einer Fahndung auf. Kurios: Gesucht wird nicht der Täter, sondern das Opfer.

Die Geschichte soll sich genau so abgespielt haben: Auf der Reichenbachbrücke (Isarvorstadt) wird einer jungen Radlerin die Handtasche gestohlen. Die Frau verfolgt den Täter, holt ihn ein und erobert sich die Tasche zurück. Der Langfinger flüchtet – und springt in die Isar. Polizisten fischen ihn aus dem Fluss. Von der mutigen Radlerin fehlt jede Spur. Sie hatte die Polizei nicht informiert, sondern war nach der filmreifen Aktion einfach weitergestrampelt. Vermutlich stand sie wegen des Raubes noch unter Schock – und war einfach nur erleichtert, die Tasche wieder zu haben.

Bekannt wurde der Vorfall, weil eine Anwohnerin das Geschehen von ihrer Wohnung aus im Blick hatte. Wie sie der Polizei erzählte, sei der Täter schließlich ohne Beute davongelaufen, nachdem Passanten auf den Diebstahl aufmerksam wurden.

Der Angriff hat sich offenbar zunächst an der Erhardtstraße (Isarvorstadt) ereignet. Auf Höhe der Brücke hatte das Opfer den Mann eingeholt und ihm die Tasche wieder entrissen. Der Gauner lief in die Auenstraße und sprang in die Isar. Bei den aktuellen Wassertemperaturen von knapp 10,5 Grad Celsius war das Schwimmvergnügen schnell vorbei. Als er am anderen Ufer in der Au aus dem Fluss stieg, informierte ein Passant die Polizei. Die Beamten konnten den Täter aus Georgien vor Ort festnehmen. Jetzt sitzt er in Haft.

Und wo ist die wackere Frau mit ihrem silbernen Fahrrad? Laut Zeugen ist die Frau etwa 30 Jahre alt, dunkelblond und hat schulterlanges Haar. Zur Tatzeit trug sie eine schwarze Hose und einen grauen Mantel.  joh

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