„Black Week“ lockt Münchner in die Innenstadt

von Redaktion

Nicht alle Händler machen mit – viele Münchner suchen auch im Netz nach Schnäppchen

Für Schnäppchen-Freunde ist die ganze Woche schon ein Fest. Am Freitag steht der „Black Friday“ an. Eine Aktion, die ursprünglich aus den USA kommt und bei der Geschäfte mit Rabatten locken. Der Trend ist nach Deutschland geschwappt: Im Internet gibt’s jetzt auch hier satte Rabatte – auch viele Geschäfte in München machen mit, teils schon die ganze Woche. „Black Days“ oder „Black Week“ nennt sich das dann.

Doch bei den Händlern gibt es nicht nur Fans der Aktion. „Die Aktion wird im Handel sehr unterschiedlich gesehen“, sagt Wolfgang Fischer, Sprecher der Innenstadtkaufleute. Einige Geschäfte machten mit, andere hielten die Rabattschlacht vor Weihnachten für kontraproduktiv. Denn die Vorweihnachtszeit sei für den Handel eh die stärkste Zeit im Jahr, Rabatte seien zu den Saisonwechseln sinnvoller. Auch der Handelsverband Bayern sieht den „Black Friday“ als Eigentor. Es käme ja schließlich auch kein Münchner Hotel auf die Idee, zur Wiesnzeit die Preise zu senken, so Präsident Ernst Läufer. Manche Münchner Geschäfte reagieren auf ihre Art: Die Traditionsbetriebe Hirmer, Kustermann und Sport Schuster etwa gewähren als Gegenentwurf zum „Black Friday“ keine Rabatte, sondern spenden drei Prozent ihrer Tageseinnahmen an die Stiftung „kids to life“. Hirmer-Marketing-Chefin Helen Vatter: „Wir stehen für Qualität, Service und Beratung sowie faire Löhne für die Mitarbeiter. Da passt eine Aktion wie der Black Friday nicht zu uns: Dort geht es nur darum, die Preisspirale immer weiter zu drehen.“

Laut einer Umfrage der Preisvergleichs-Website „idealo.de“ will heuer jeder dritte Deutsche bei der Rabattschlacht mitmachen, durchschnittlich 300 Euro Budget sind dafür eingeplant. Wer auf Schnäppchen-Suche geht, sollte bei Fantasie-Rabatten von 90 Prozent vorsichtig sein. So viel Nachlass kann sich kaum ein seriöser Händler leisten. Die Händler beziehen diese Angaben meist auf die unverbindliche Preisempfehlung, die ohnehin kaum jemand bezahlt.

Das Einkaufen am Schnäppchen-Wochenende lohnt sich trotzdem. Das Preisportal „mydealz.de“ hat letztes Jahr für Online-Einkäufer eine durchschnittliche Ersparnis von 31,9 Prozent ausgerechnet. Apps und Software werden im Schnitt 70 Prozent günstiger, Lebensmittel um 43 Prozent, Mode um 35 Prozent und Kosmetik um 29 Prozent. Bei Spielwaren und bei Elektronik winken „nur“ 28 und 26 Prozent Rabatt. Im Internet kann sich kein großer Anbieter leisten, die Schnäppchenjagd zu verpassen. Vom Fernseher von Saturn über das Gewürz von Alfons Schuhbeck bis zum vergünstigten Sky-Abo sind alle großen Marken vertreten.  wei/lb/jh

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