Seilbahn-Idee nimmt Fahrt auf

von Redaktion

Das Seilbahnprojekt am Frankfurter Ring soll vorangetrieben werden. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will noch im Dezember eine Entscheidung für eine Machbarkeitsstudie im Stadtrat. Bayerns neuer Verkehrsminister Hans Reichhart hat derweil die Zusage für eine finanzielle Beteiligung des Freistaats erneuert.

VON JUDITH BAUER

Die nächste Seilbahn-Idee kommt aus Germering. SPD-Politiker Klaus-Peter Müller hatte unlängst eine Trasse ins Spiel gebracht, die seine Heimatstadt mit Pasing verbindet. „Das Umland darf sich bei solchen Projekten nicht abhängen lassen. Ich bin voll überzeugt von der Seilbahn. Wir können den ÖPNV damit wirklich bereichern“, sagte der Kommunalpolitiker auf Anfrage unserer Zeitung. Ob sich die Idee für eine Gondel realisieren lässt, liegt aber an München, genauer gesagt am Pilotprojekt einer Seilbahn am Frankfurter Ring.

Für die 4,5 Kilometer lange Trasse als Direktverbindung zwischen dem Osten und dem Westen wird es eine Machbarkeitsstudie geben, die noch heuer vom Münchner Stadtrat beschlossen werden soll. Das verriet Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf Anfrage. „Wenn die Studie erfolgreich ist, kann ich mir gut weitere Strecken vorstellen, auch in die Gemeinden in der Region.“

Finanzielle Unterstützung für die Studie kommt vom Freistaat. Ex-Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dies bereits versprochen, ihr Nachfolger Hans Reichhart (CSU) erneuerte jetzt die Zusage gegenüber unserer Zeitung. „Ich stehe den Ideen für ein Seilbahnprojekt im Stadtgebiet München aufgeschlossen gegenüber.“

In der Studie soll eruiert werden, ob sich eine Seilbahntrasse in das Nahverkehrskonzept integrieren lässt, ob das Verkehrsmittel wirtschaftlich betrieben werden kann und tatsächlich in der Lage ist, den ÖPNV zu entlasten. Andernfalls wäre ein solches Projekt kaum förderfähig. Reiter ist derweil überzeugt. „Ich finde die Idee einer urbanen Seilbahn nach wie vor spannend. Sie kann eine wichtige Tangentialverbindung im Netz des Nahverkehrs sein und ist zudem schneller realisierbar als beispielsweise eine Tram- oder U-Bahn.“ Und der Zeitfaktor wird künftig zunehmend eine Rolle spielen. Aktuelle Prognosen des Planungsreferats gehen davon aus, dass das Straßennetz 2030 zu einhundert Prozent ausgelastet sein wird (wir berichteten). Weitere Vorteile sieht Reiter darin, dass Seilbahnen „nur wenig Fläche am Boden beanspruchen und ökologisch fahren sowie für Fahrgäste barrierefrei zugänglich sind“.

Um die Vorteile wissen freilich auch andere Politiker. In und um München ist daher ein regelrechter Seilbahn-Hype ausgebrochen. Immer mehr Standorte waren zuletzt im Gespräch: Unter anderem gab es Initiativen für Seilbahntrassen von der Dülferstraße zum Kieferngarten, von Engelschalking nach Riem, von Dachau nach Moosach oder Feldmoching oder von Freiham nach Aubing. Und eben von Germering nach Pasing.

„Für mich steht fest, dass wir neue öffentliche Verkehrsmittel brauchen, die die Straßen und Gleise nicht noch mehr verstopfen“, sagt Kommunalpolitiker Klaus-Peter Müller. Die Seilbahnfahrt von Germering nach Pasing wäre mit rund 20 Minuten zwar deutlich länger als mit der S-Bahn, Aber: „Seilbahngondeln fahren kontinuierlich, daher fallen praktisch keine Wartezeiten an“, sagt Müller. Die Trasse soll in Harthaus beginnen und könnte Freiham an die Innenstadt anbinden. fotos: ms/dpa

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