Kammerspiele: MINUS
Über die Neuausrichtung der Kammerspiele unter Intendant Matthias Lilienthal wurde in der Vergangenheit viel geschrieben und diskutiert. Das Programm des Berliner Theatermanns sei zu experimentell und abgehoben, war eine Kernkritik. Dass ein Großteil des Stammpublikums vergrault wurde, zeigt sich auch an den Zahlen. So gab es 2017 mit 156 567 Besuchern einen neuerlichen Tiefpunkt. 2016 waren es noch 174 000, 2014 gar 210 000 Besucher. Die Auslastung des Stadttheaters sank von 72 auf 63 Prozent. Lilienthal hatte die Intendanz im Jahre 2015 als Nachfolger von Johan Simons übernommen. Seinen Vertrag hat Lilienthal – wohl aufgrund der öffentlichen Kontroversen – nicht verlängert. Er macht 2020 Schluss in München. Nachfolgerin wird Barbara Mundel, womit erstmals eine Frau die Kammerspiele leitet. Sie kennt das Haus, war hier von 2004 bis 2006 Chefdramaturgin.
Volkstheater: STABIL
Die Frequenz im Volkstheater blieb hingegen in den vergangenen Jahren einigermaßen stabil. 2014 wurden 103 000 Besucher gezählt, in den Jahren 2015 und 2016 jeweils etwa 110 000. Im Vorjahr kamen 106 000 Menschen in das Haus des Intendanten Christian Stückl. Rapide nach oben geht die Beliebtheit des Deutschen Theaters. 2014 bis 2016 waren es jeweils um die 290 000 Besucher pro Jahr, 2017 stieg die Zahl der zahlenden Gäste auf 333 000. Es war für das Deutsche Theater das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Zu den Rennern 2017 zählten neben Klassikern wie „West Side Story“ und „Evita“ auch die München-Premieren von Blockbustern wie „Sister Act“ und „Der Glöckner von Notre Dame“.
Hellabrunn: PLUS
Der Tierpark verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 mit rund 2,5 Millionen Besuchern ebenfalls einen neuen Rekord. Seit der Gründung 1911 strömten noch nie so viele Menschen nach Hellabrunn. Erstmals wurde die Zwei-Millionen-Schallmauer 2014 überschritten. Die damalige Attraktion war die Geburt der Eisbärenzwillinge. Im September 2017 sorgte die Wiedereröffnung des zweiten Bauabschnitts der Polarwelt für ein erneutes Besucherwachstum. Ob der Traumsommer 2018 dem Tierpark nochmals einen Rekord beschert, ist noch unklar. Die Besucherzahlen werden erst im Januar bekannt gegeben.
M-Bäder: PLUS
Rekordverdächtig war im vergangenen Super-Sommer auch die Besucherzahl in den Münchner Freibädern. 2018 kamen mehr als 1,1 Millionen Badegäste – etwa 150 000 mehr als 2017. Kinder unter sechs Jahren sind dabei nicht mitgerechnet, weil diese freien Eintritt haben.
Olympiapark: STABIL
Der Olympiapark ist nach wie vor eine der größten Touristen-Attraktionen in München. Mehr als 2,5 Millionen Menschen besuchten im Vorjahr insgesamt 408 Veranstaltungen. Dazu kamen rund 1,4 Millionen Nutzer der Freizeit- und Tourismuseinrichtungen. Mehr als 600 000 Menschen besichtigten das Olympiastadion, 516 000 den Olympiaturm.
Das Olympiastadion wird von Oktober 2022 an vier Jahre lang saniert. Bis Mai 2024 muss es komplett geschlossen werden. Auch der Olympiaturm ist 2023 wegen anstehender Renovierungsarbeiten im Bereich des Brandschutzes und der Betriebstechnik dicht. Im Übrigen könnte der Olympiapark bald zum Weltkulturerbe erklärt werden. Der Stadtrat hat sich im April 2018 dafür ausgesprochen, bei der Unesco einen Antrag zu stellen. Allerdings unter der Bedingung, dass der Olympiapark weiterhin als Veranstaltungsstätte genutzt und auch weiterentwickelt werden kann. Bekanntlich baut Red Bull auf dem Gelände des ehemaligen Radstadions eine neue Sportarena. Die Eishockey-Profis des EHC Red Bull München und die Bundesliga-Basketballer des FC Bayern werden dort von Herbst 2021 an ihre Heimspiele austragen. Baubeginn ist im Juni 2019.
Zahlen liefert der sogenannte Finanzdaten- und Beteiligungsbericht der Stadtkämmerei auch über die beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG. Die Gewofag hatte Ende 2017 knapp 34 000 Wohnungen im eigenen Bestand. Das sind rund 1700 mehr als 2014. Bei der Gewofag erhöhte sich diese Zahl im selben Zeitraum von 26 400 auf 27 226.