„Edith ist wie ein Magnet“

von Redaktion

Mit einem rauschenden Fest feiert Edith von Welser-Ude ihren 80. Geburtstag. Die Gäste hatten nicht nur Glückwunsche, sondern auch jede Menge Erinnerungen an die gemeinsam verbrachte Zeit mitgebracht.

VON BARBARA WIMMER

Es ist 23 Uhr am nasskalten Samstag, als aus dem Grünen Saal oben im Augustiner an der Neuhauser Straße rhythmisches, fröhliches und vor allem lautes Trommeln erschallt: Die 200 Gäste hauen für Edith von Welser-Ude an ihrem 80. Geburtstag auf die Pauke. Der nigerianische Percussionist Ifeani Christian Okolo, der den Takt für die an den Tischen verteilten Bongos vorgibt, bringt auch verbal die besondere Eigenschaft der Jubilarin auf den Punkt: „Sie ist magnetischer als ein Magnet!“

Welser-Ude lacht – aber an den Tischen nicken ihre Weggefährten zustimmend. Zu jedem und jeder Einzelnen hat die gebürtige Kielerin in den sechs Jahrzehnten, die sie in München lebt, persönliche Bande geknüpft. Die Frau, die von 1993 bis 2014 hauptsächlich als Gattin von Langzeit-OB Christian Ude bekannt war, hatte ein aktives Leben vor der Zeit als Münchens „First Lady“. Tochter Diana von Welser erinnert sich an ihre Jugend, als daheim „viel gekocht wurde“, nicht nur für die mit sechs Kindern auch schon große Familie, sondern meist auch für Gäste und Freunde. Was sie und ihre Geschwister von der Mutter gelernt haben? „Dass die Welt weit, groß und spannend ist.“ Und sie bewundern ihre Mami für ihre „Furchtlosigkeit gegenüber allem und allen“.

Das offene Haus und das offene Herz hat die Familie von Welser-Ude weiter wachsen lassen. Fadumo Korn, die 1979 aus Somalia kam, ist neben der Chinesin Yi Fan Tan eine der zusätzlichen Töchter. Beide gehören längst zu den „Kellerfrauen“, wie Christian Ude die Gruppe bezeichnet, die sich seit einem Vierteljahrhundert am Kaiserplatz zum „Weiberfrühstück“ bei Gastgeberin Edith trifft. Gisela Schneeberger rühmt die Tradition, hat aber ihrerseits einen Wunsch: Die neue Entwicklung, auch Männer zuzulassen, möge doch rückgängig gemacht werden. Dafür erntet die Schauspielerin Szenenapplaus von Kollegin Ilse Neubauer und Dutzenden anderen.

Die Bühne ist aber frei auch für Herren: Christian Ude startet und führt mit Dias und launigen Kommentaren durch das Leben seiner Angetrauten. Edith als Mutter, als Schwabinger Bezirksausschussmitglied, als streitbare Stadträtin, als Bewahrerin der Münchner Freiheit vor Bebauung. Edith mit zwei Bundeskanzlern als Tischherren: Willy Brandt und Bruno Kreisky, mit Japans Kaiserpaar, im Gespräch mit Papst Benedikt XVI. „Edith ist auch immer beim Christopher Street Day vorne mitgelaufen“, erinnert Dietmar Holzapfel, Wirt der Deutschen Eiche. Mit der Quetsche und verstärkt von Ehemann Josef Sattler intoniert er den leicht umgetexteten „Kleinen grünen Kaktus“.

Edith freut’s, denn sie würdigen zwei ihrer Leidenschaften: Fotografieren und Kochen. 250 Mal hat sie auf tv München mit Gastköchen den Löffel geschwungen. Anspruchsvoller ist der Auftritt der Jazz-Sängerinnen Jenny Evans und Gerti Raym. Spontan erklimmt auch Franziska Rabl, Mezzosopranistin und Lebensgefährtin des SPD-Abgeordneten Markus Rinderspacher, die Bühne – und reißt die Gesellschaft mit der Habanera-Arie aus „Carmen“ mit. Das übertrifft sogar den Applaus für den Pianokünstler André Hartmann, der seine Glückwünsche auf Fake-Chinesisch darbietet. Die Melodie „Atemlos“ klaut er von „Ottis Schwester Helene“. Ottfried Fischer grinst.

Auch mitgefeiert haben u. a.: die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Charlotte Knobloch. Wirteehepaar Doris und Roland Kuffler, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler mit Ehemann Dieter, Ex.Bürgermeisterin Gertraud Burkert mit Ehemann Paul, Schauspieler Joseph Hannesschläger mit Bettina, Dirk Ippen mit Gattin Marlene, Rachel Salamander und Publizist Stefan Sattler, SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Post, Schriftstellerinnen Asta Scheib und Barbara Bronnen, Schauspieler Ron Williams mit Gloria, Bluessänger Albert C. Humphrey mit Angie.

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