Die Stadtverwaltung lehnt einen kostenlosen Rikscha-Service für Senioren ab. Die Grünen hatten dies beantragt. Am Dienstag berät der Wirtschaftsausschuss das Thema.
Idee der Grünen ist es, für das Projekt Mittel aus dem Münchner Beschäftigungsund Qualifizierungsprogramm (MBQ) für Langzeitarbeitslose bereitzustellen. In Kopenhagen und Essen seien bereits gute Erfahrungen mit diesem Service für ältere Menschen gemacht worden. Auch in München werden integrative Rikschafahrten vereinzelt durch private Träger angeboten, die auch mit städtischen Einrichtungen wie der Münchenstift zusammenarbeiten. Aufgrund der positiven Rückmeldungen und der vermehrten Nachfrage wollen die Grünen nun eine Ausdehnung dieses Angebots. Stadtrat Paul Bickelbacher: „Ältere Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit häufig eingeschränkt und haben nur noch ein begrenztes soziales Umfeld.“ Rikschafahrten, bei denen Senioren an ihren Wohnorten abgeholt werden, könnten hier Abhilfe schaffen.
Das Wirtschaftsreferat sieht allerdings wenig Chancen, dass sich ein solches Projekt in München etablieren könnte – wiewohl die Intention des Antrags förderwürdig sei. Die Gründe dafür werden in der mangelnden Rekrutierung geeigneter „Rikschafahrer“ aus der Zielgruppe der von langer Arbeitslosigkeit Betroffenen gesehen. Nach Auskunft des Jobcenters kämen nur wenige Personen für diese Beschäftigung infrage. In München herrsche bei einer Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent nahezu Vollbeschäftigung. „Die Vorstellung, genügend körperlich Robuste als Rikschafahrer zu rekrutieren, erscheint unrealistisch – trotz E-Bikes“, heißt es. In Essen seien für die Rekrutierung des Personals bessere Voraussetzungen, weil dort die Arbeitslosigkeit bei rund zehn Prozent liege. KLAUS VICK