TS Jahn spielt ganz groß auf

von Redaktion

Der Bogenhausener Sportverein plant einen Hallen-Neubau für stolze 28 Millionen Euro

Die Turnerschaft Jahn investiert massiv in ihre sportliche Zukunft. Auf dem Grundstück an der Weltenburger Straße soll eine neue Dreifachsporthalle entstehen, dazu ein Wellnessbereich samt Saunagarten. Außerdem werden ein neues Restaurant gebaut, die Geschäftsstelle erweitert und die bestehenden Hallen und Außenanlagen grundsaniert. Insgesamt entstehen dem Verein Kosten in Höhe von 28 Millionen Euro.

Es ist ein Großprojekt, das die TS Jahn da schultert. In den nächsten rund vier Jahren soll der Vereinssitz an der Weltenburger Straße in Englschalking komplett saniert und erweitert werden. Im ersten Bauabschnitt wird eine neue Dreifachturnhalle auf dem Areal des heutigen Parkplatzes entstehen. Dafür werden der Biergarten und drei Tennisplätze geopfert. Da die Halle auf Stelzen steht, können unter dem Gebäude 140 Stellplätze geschaffen werden – doppelt so viel wie heute. Im Anschluss entsteht eine neue Gaststätte mit Nebenraum, allerdings deutlich kleinerer Terrasse. Zudem entsteht eine neue, repräsentative Eingangslobby zwischen Alt- und Neubestand, Wellnessbereich und Sauna werden vom Keller des Altbaus in den Neubau hochgeholt. Darüber gibt es künftig ein Fitnessstudio, im Innenhof ist ein attraktiver Saunagarten geplant.

Läuft alles glatt mit der Baugenehmigung und den Zuschussanträgen bei Stadt und Bayerischem Landessportverband, will der Verein im Sommer mit dem Bau starten. Werner Gawlik, der als Vereins-Vizepräsident für das Projekt verantwortlich ist, rechnet mit zwei Jahren Bauzeit. Für das wegfallende Restaurant soll es in dieser Phase wenigstens einen Kiosk als Ersatz geben. „Die Bauten wurden 1971 eröffnet, sind nicht mehr bedarfsgerecht, beim Sauna- und Fitnessbereich im Keller ist es auch zum Teil feucht“, erzählt Gawlik. Außerdem schlägt sich die Turnerschaft mit den Dächern seiner beiden Turnhallen rum, die nicht ganz dicht sind. „Die müssen unbedingt erneuert werden.“

Aus der kleineren Halle, die zur Revaler Straße erweitert wird, soll ein fester Stützpunkt für die große Turnabteilung des Jahn werden, in der die Geräte nicht mehr aufwendig abgebaut werden müssen. Auch die Leichtathletikanlage wird saniert und umgebaut. Die alte 400-Meter-Bahn wird halbiert, hier sollen die drei Tennisplätze, die durch den Neubau wegfallen, einen Platz finden.

Eine Herausforderung könnte die Abwicklung der Baustellen werden. „Es ist schon relativ schwierig, alles auf diesem relativ kleinen Grundstück zu realisieren“, in der Bauzeit werde es noch mal enger. So hätte man gerne Parkplätze auf dem gegenüberliegenden Grundstück platziert, das tatsächlich für eine Bezirkssportanlage reserviert ist. Doch alle Versuche scheiterten. Zudem ist die Revaler Straße eine Einbahnstraße, damit ist kein kurzer Anfahrtsweg für Lkw möglich. Eine andere Unwägbarkeit steckt im Boden. „Das ist in Teilen eine verfüllte Kiesgrube.“

28 Millionen Euro soll der gesamte Bau kosten. „Wir kommen da schon an unsere finanziellen Grenzen“, sagt Gawlik. Etwa die Hälfte wird über Zuschüsse refinanziert, dazu kommen kostengünstige Darlehen der Stadt sowie der Erlös aus dem Verkauf des Jahn-Grundstücks in Freimann. „Wir stecken jetzt alles hier rein, denn wir sind in Bogenhausen daheim.“ Derzeit hat der TS Jahn rund 5000 Mitglieder – „der größte Breitensportverein in München ohne Fußballabteilung“. Ist alles fertig, will der Verein noch mal um etwa 1500 Mitglieder wachsen. Sehr viel mehr sei nicht möglich, meint der Vereinsvizechef. Bei Kindern und Jugendlichen stoße man schon jetzt an seine Grenzen. CARMEN ICK-DIETL

Artikel 6 von 11