Schnelles Internet dank lahmer Bahn

von Redaktion

Riesenfreude bei der Bahnhofsmission! Sie kann mit dem Erlös aus der Versteigerung des „Verspätungsschals“ ihr Internet ausbauen. „Wir wollten heuer Glasfaser verlegen lassen, wussten aber nicht, woher wir das Geld nehmen sollen. Die Spende kommt also genau richtig“, sagt Barbara Thoma, die die Bahnhofsmission gemeinsam mit Bettina Spahn leitet.

Die Leiterinnen wollen den Hilfesuchenden der Bahnhofsmission schon seit Langem W-Lan bieten. Auch ihre Mitarbeiter werden vom schnellen Internet profitieren: „Wir recherchieren für unsere Klienten viel online. Bisher geht das nur langsam“, sagt Thoma. Voraussichtlich 5000 Euro kostet der Internet-Ausbau, mit dem Rest der 7500 Euro aus dem Erlös der Versteigerung will die Bahnhofsmission Babynahrung und Hygieneartikel kaufen.

Claudia Weber (55), die den Schal gestrickt hat, findet es gut, dass das Digital-Team der DB den Schal ersteigert hat. „Die Bahn unterstützt die Bahnhofsmission ja ohnehin. Insofern schließt sich jetzt der Kreis.“ Zur Spendenübergabe schickte die Moosburgerin ihre Tochter Sara (31).

Was die Bahn nun mit dem Schal macht? Das konnte ein Bahnsprecher am Sonntag noch nicht beantworten. Er teilte aber mit: „Verspätungen sind auch für uns ärgerlich. Wir setzen alles daran, sie zu minimieren.“

Wie berichtet hatte Claudia Weber, die täglich mit der Regionalbahn von Moosburg nach Moosach fährt, verschiedenfarbige Wolle verwendet: bei weniger als fünf Minuten Verspätung graue, bei fünf bis 30 Minuten rosafarbene und bei mehr als einer halben Stunde rote Wolle. Ihre Tochter postete ein Foto des Schals auf Twitter – und löste begeisterte Reaktionen aus.  bst

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