Die neuesten Messwerte der Stadt über die Stickoxid-Belastung sind erst einige Tage alt. Sie besagen, dass die Luft in München besser geworden ist. OB Dieter Reiter (SPD) hatte daraufhin verlauten lassen, für Diesel-Fahrverbote sehe er derzeit keine Notwendigkeit. Diskutiert wird über dieses Thema aber weiterhin. Und in manchen Städten – wie etwa in Stuttgart – wurden bereits Fahrverbote verhängt.
Dort gingen zuletzt etwa 1200 Menschen auf die Straße, um gegen dieses Verdikt zu protestieren. In München kamen am Samstag etwa 150 Teilnehmer zu einer Demo auf einem Grünstreifen an der Sonnenstraße. Einige von ihnen trugen gelbe Westen. Der Veranstalter, der Automobilclub „Mobil in Deutschland “, hieß Diesel- und Autofahrer herzlich willkommen. Michael Haberland, Präsident des Clubs, erklärte: „Jedes dritte Auto in Deutschland ist ein Diesel. Viele Menschen wären vom Fahrverbot betroffen. Da hängen Existenzen dran.“ Den Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter bezeichnete er als „völlig unsinnig und willkürlich festgelegt“. Drohende Fahrverbote seien „reine Schikane“.
Am Marienplatz versammelten sich unterdessen rund 300 Menschen zu einer Kundgebung für den sofortigen Kohleausstieg. Bekanntlich hat sich die Kohlekommission nach schwierigen Beratungen auf einen Kompromiss verständigt, wonach die Kraftwerkskapazitäten ab 2022 schrittweise abgebaut werden und spätestens 2038 auslaufen. Zu der Demo hatten Greenpeace und die Ortsgruppe Ende Gelände München aufgerufen. Mit vielen selbst gebastelten Schildern und Transparenten kritisierten die Demonstranten die Ergebnisse der Kohlekommission. Hauptforderungen der Redner waren der Ausstieg aus Braun- und Steinkohle vor 2038 und der Aufruf zur Mobilisierung der Bevölkerung zu einem solidarischen Miteinander gegen die Kohleindustrie und für wirksamen Klimaschutz.
Am Sonntag gab es eine weitere Demonstration am Max-Joseph-Platz. Die Kundgebung von „Pulse of Europe“ ist bereits seit vielen Monaten Tradition. Die unabhängige Bürgerinitiative engagiert sich für die europäische Idee und ein friedliches, gerechtes und geeintes Europa. Gestern sprach der Fernsehmoderator Harald Lesch vor etwa 250 Zuhörern.