Bayernkaserne wird zum Sperrbezirk

von Redaktion

VON SASCHA KAROWSKI

Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne in Freimann und dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet an der Heidemannstraße soll ein neues Stadtquartier mit rund 5500 Wohnungen für bis zu 15 000 Menschen entstehen. Neben den Wohnungen sind Kindertagesstätten, zwei Schulstandorte mit Sportanlagen, soziale Einrichtungen, Geschäfte und ein Stadtpark geplant. Die Kaserne war einst ein Stützpunkt der Luftwaffe. Dass sich auf einem solchen Areal Flugabwehrkanonen nebst Munition befinden, sollte demnach nicht weiter verwundern. Und so hatten Arbeiter bereits am vergangenen Freitag in ehemaligen Flak-Stellungen mehr als 40 Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, davon muss etwa die Hälfte gesprengt werden. Diese Sprengungen haben größere Auswirkungen.

Über mehrere Wochen muss jeweils mittwochs und sonntags eine 300 Meter große Sperrzone eingerichtet werden, begonnen wird bereits an diesem Wochenende. Daher werden ab morgen 144 Flüchtlinge aus der Unterkunft Haus 12 umquartiert. Sie ziehen in andere Gebäude auf dem Areal und außerhalb. Auch einige Anwohner sowie Betriebe im Euro-Industriepark sind betroffen.

Das ist das Ergebnis einer Lagebesprechung, die OB Dieter Reiter (SPD) gestern Nachmittag einberufen hatte. Zu dem Termin waren Vertreter der Branddirektion, des Kreisverwaltungs- sowie des Kommunalreferats vor Ort. Laut Branddirektion muss die Munition einzeln und mit großer Vorsicht beseitigt werden. Bei rund der Hälfte der Granaten ist eine kontrollierte Sprengung vor Ort erforderlich. Einige Geschosse sind bereits im Laufe der Woche auf einer gesicherten Innenfläche gesprengt worden.

Die übrige Munition befindet sich jedoch nahe an der Grundstücksgrenze. „Der verantwortliche Kampfmittelbeseitiger und Sprengmeister sowie ein zusätzlich in Auftrag gegebenes Expertengutachten kommen zu dem Ergebnis, dass während der Räumung dieser Kampfmittel eine Sperrzone mit einem durchschnittlichen Radius von etwa 300 Metern um die Fundstelle erforderlich ist“, teilt das zuständige Kreisverwaltungsreferat mit.

Die Arbeiten sind nur bei Tageslicht möglich und werden in den kommenden Wochen sonntags und mittwochs erfolgen. Begonnen wird bereits dieses Wochenende. Zwischen 8 und 17 Uhr sind der Kernbereich der ehemaligen Bayernkaserne und südlich angrenzend Teile des von Helene-Wessel-Bogen und Maria-Probst-Straße umschlossenen Gebiets gesperrt. Dort befinden sich einige Werkswohnungen und vor allem Firmengebäude des Euro-Industrieparks wie der Real-Markt, das Einrichtungshaus Poco oder MAN Bus & Trucks. Der exakte Bereich wird vom KVR heute mittels einer Allgemeinverfügung benannt, die Anwohner werden informiert. Das Kommunalreferat hat die betroffenen Betriebe bereits über die Lage in Kenntnis gesetzt und zusammen mit den beauftragten Kampfmittelbeseitigern einen detaillierten Zeitplan besprochen. Die Räume des Kälteschutzprogramms für obdachlose Menschen liegen innerhalb der Schutzzone, sind aber insofern nicht betroffen, da die kostenlosen Bettplätze ohnehin nur nachts genutzt werden.

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