München summt

von Redaktion

Hoch oben, auf den Dächern der Stadt, sind Tausende Bienenvölker daheim

Die Luft ist zwar noch kalt, aber sie riecht nach Frühling, und die Sonnenstrahlen gewinnen an Kraft. Bald wird es auch in München wieder summen – auch wenn man das in der Großstadt gar nicht vermuten würde. Denn: In München sind rund 3000 Bienenvölker daheim. Damit das so bleibt, hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angeordnet, das Rathaus künftig mit bienenfreundlichen Blumen zu bepflanzen. Ab Mai sollen in den Kästen an der Fassade Löwenmäulchen neben Fächerblumen wachsen. Prachtkerzen neben Zinnien und Leberbalsam. „Die Farben der Blüten werden heuer zwar etwas zarter sein“, sagt der OB, „aber dennoch gut sichtbar.“

Und auch die Hobby-Imkerei blüht. „Der Zulauf zu den Imkervereinen ist ungebrochen“, sagt Alexander Möller (42) vom Bienenzuchtverein München. Noch sei zwar unklar, wie viele Bienenvölker den Winter überlebt haben. Bei den frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Wochen hätten sich aber schon etliche Brummer aus ihren Stöcken gewagt. Die stehen in München zum Teil an wahrhaft ungewöhnlichen Orten.

Auf dem Dach des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz zum Beispiel oder auf dem Dach des Gasteig. Außerdem im Garten der Seidlvilla in Schwabing, auf dem Dach des Pfarramts der Kirche St. Maximilian, auf dem Freigelände des Maximilianeums, dem Sitz des Bayerischen Landtags, auf der Dachterrasse der Polizei in der Ettstraße, im Englischen Garten oder bei den Schafen auf dem Dach des Werk3 im neuen Werksviertel.

Faszinierend dabei ist, dass es den Bienen in der Stadt meistens sogar besser geht als auf dem Land. Grund dafür sei die Pflanzenvielfalt, erklärt Möller.  ast, sb

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